Donnerstag, 30. Oktober 2008

Wenn die Haut juckt & schuppt: Fresszellen maßgeblich an Schuppenflechte beteiligt

  • Autoimmunkrankheit mit genetischer Komponente
  • Bis zu drei Prozent der Mitteleuropäer sind betroffen

An der Schuppenflechte sind so genannte Makrophagen maßgeblich beteiligt. Diese Fresszellen des Immunsystems haben eine zentrale Bedeutung bei der Entstehung der Hautkrankheit, wie Wissenschafter aus Deutschland, Italien, den Niederlanden und China nachwiesen. Makrophagen entwickeln sich im Knochenmark und beseitigen unter anderem tote und abgestorbene Körperzellen.

Die Dermatologen entdeckten nun in erkrankter Haut neben verschiedenen Immunzellen auch Makrophagen. Zudem fanden sie eine erhöhte Konzentration des Signalstoffs "Tumor Nekrose Faktor alpha", der die Immunabwehr beeinflusst. Stark erhöht war nach Angaben der Uniklinik Ulm auch die Konzentration eines spezifisch auf Makrophagen wirkenden Lockstoffes.

Genetischer Hintergrund
Die Schuppenflechte oder Psoriasis ist eine Krankheit, bei der die Haut münzförmig oder in größeren Bereichen entzündet und mit weißlichen Schuppen bedeckt ist. Bei der Erkrankung erneuern sich die Zellen der Oberhaut bis zu vier Mal schneller als in gesunder Haut und lagern sich schließlich als Schuppen ab, die eine dicke weißliche Schicht bilden. Die Krankheit hat eine genetische Komponente und gilt als Autoimmunkrankheit, da die Immunabwehr eine wesentliche Rolle spielt. Betroffen sind in Mitteleuropa etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung. (apa/red)

30.10.2008 13:42