Mittwoch, 9. Mai 2007

Armut durch Frausein und Kinder-Reichtum:
Mütter sind weiterhin besonders gefährdet

  • Bures verweist auf Zahlen des EU-Armutsberichts
  • Pocht auf Einführung eines Mindestlohns von 1.000 €

Frauen sind nach wie vor besonders von Armut betroffen. Frauenministerin Bures hat auf die Zahlen des EU-Armutsberichts verwiesen. Demnach sind grob formuliert "Frausein und Kinderreichtum" Hauptrisikofaktoren für Armut. Die Regierung habe mit der Einführung der Mindestpension und dem geplanten flexibleren Kindergeld erste Schritte zur Bekämpfung der Frauenarmut gesetzt, so Bures.

Auch für die Verbesserung der "besonderen Erwerbsituation" von Frauen seien Maßnahmen vorgenommen worden. Bures pocht nun vor allem auf eine Einigung der Sozialpartner bezüglich der Einführung eines Mindestlohns von 1.000 Euro noch vor dem Sommer.

Sie habe bereits "positive Signale" von den Sozialpartnern vernommen, so die Ministerin. Die Umsetzung eines Mindestlohns von 1.000 Euro auf Kollektivvertragsebene sei im Kampf gegen Frauenarmut nämlich wesentlich: 60.000 Arbeitnehmerinnen würden damit über die Armutsgrenze gehoben. Die von der Regierung eingeführte Mindestpension habe bereits 150.000 Frauen aus der Armutsfalle herausgeholfen, betonte Bures.

12,2 Prozent der Österreicher armutsgefährdet
Die "frauenrelevanten" Zahlen aus dem in der Vorwoche präsentierten Bericht im DetaiI: Im Schnitt sind 12,2 Prozent der Österreicher armutsgefährdet. Während Männer mit elf Prozent unter dem Durchschnittswert liegen, überschreiten Frauen den Wert mit 13 Prozent. Noch deutlicher ist der Unterschied bei Singles: Singlemänner haben eine Armutsgefährdung von 14 Prozent, bei Singlefrauen sind ganze 23 Prozent armutsgefährdet. Zu dem untersten Einkommensviertel zählen vor allem Alleinerzieher, Haushalte mit drei oder mehr Kindern und Singlefrauen. (apa/red)

9.5.2007 14:27