Montag, 7. Mai 2007

Trotz verordneter Ein-Kind-Politik: In China kommen immer mehr Babys auf die Welt

  • Reiche Eltern leisten sich Verstoß gegen Vorgaben
  • Derzeit leben schon 1,3 Milliarden Menschen in China

Trotz der staatlich verordneten Ein-Kind-Politik steht China ein neuer Baby-Boom bevor. Immer mehr junge Eltern könnten es sich leisten, die Strafen für einen Verstoß gegen die Vorgaben zu zahlen, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Familienplanungsbehörde.

Zudem gebe es Millionen Chinesen im Alter von 20 bis 30 Jahren, die zwei Kinder bekommen dürften, weil sie selbst Einzelkinder seien. China hatte die Ein-Kind-Politik 1979 eingeführt, um das Bevölkerungswachstum einzudämmen. Die meisten Städter dürfen nur ein Kind bekommen, auf dem Land sind maximal zwei Kinder erlaubt.

Nach Angaben der Regierung wurden durch die Ein-Kind-Politik 400 Millionen Babys weniger geboren. In China leben schätzungsweise 1,3 Milliarden Menschen. Wer gegen die Auflagen verstößt, muss je nach Wohnort und Einkommen zwischen 5.000 und 200.000 Yuan (etwa 475 bis 18.950 Euro) Strafe zahlen.

In Südkorea stieg erstmals seit 2000 die Geburtenrate wieder an. Wie das Nationale Statistikbüro mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 452.000 Kinder geboren, dies sind 3,3 Prozent mehr als im Jahr 2005. Damit wurden pro Frau im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 49 Jahren 1,13 Kinder geboren, 2005 lag die Rate noch auf einem Rekordtief von 1,08. Offenbar greifen die finanziellen Anreize der Regierung in Seoul für Eltern und berufstätige Mütter. (apa/red)

7.5.2007 16:51
pixel