Freitag, 11. Mai 2007

Lebhaftes Rehkitz "springt" auf Dell-PCs:
Linux-Version erstmals schon vorinstalliert

  • Dell-Chef verwendet Betriebssystem sogar daheim
  • Neue Software kostenlos im Internet downloadbar

Die populäre Linux-Distribution Ubuntu ist jetzt wieder in einer neuen Version erschienen, die einige interessante Programme mitbringt. Wenn es die Grafikkarte hergibt, dann steht mit Ubuntu 7.04 Feisty Fawn (etwa: lebhaftes oder angriffslustige Rehkitz) auch einem 3D-Desktop nichts im Weg. Wie ausgereift und stabil Ubuntu inzwischen ist, zeigt sich auch darin, dass der Computerhersteller Dell in Kürze seinen Kunden in den USA Desktop-Rechner und Notebooks mit vorinstalliertem Ubuntu-Linux anbieten will.

Die Entscheidung für Ubuntu, die auf den Websites von Dell und des hinter Ubuntu stehenden südafrikanischen Unternehmens Canonical bekannt gegeben wurde, kam nicht ganz unerwartet. Schon vorher war auf der Website von Dell-Chef Michael Dell zu lesen, dass dieser zu Hause einen Precision M90 mit Ubuntu 7.04 nutze. Sein Unternehmen bietet schon seit 1999 Rechner mit Linux an, allerdings waren dies bisher vor allem Server, die mit Linux-Versionen von Red Hat oder Novell/SuSE laufen. Einige Desktops und Notebooks waren für SuSE zertifiziert.

Live: Erst testen, dann installieren
Wer selber Ubuntu kennen lernen will, kann sich dieses kostenlos im Internet besorgen und eine CD brennen. Dann braucht man nur noch einen Computer, der von CD oder DVD booten kann, denn Ubuntu startet wie inzwischen viele Linux-Distributionen erst einmal als Live-System. Das heißt, es wird nichts am Rechner verändert, wenn das Betriebssystem gestartet wird. Der Nutzer kann erst einmal prüfen, ob ihm dieses Linux gefällt, ob alles funktioniert, ob sich Drucker, Scanner und MP3-Player anschließen lassen. Und erst wenn man wirklich zufrieden ist, wird das System auf einer Partition der Festplatte fest installiert. Ubuntu bietet jetzt auch an, Dokumente und Einstellungen von schon vorhandenen Betriebssystemen zu übernehmen.

Automatische Codec-Suche
Neu ist auch ein Programm, dass sich meldet, wenn man versucht, mit Ubuntu ein Multimediaformat abzuspielen, für das es im System noch keine Unterstützung gibt. Es bietet dann an, nach dem entsprechenden Codec zu suchen und ihn zu installieren. Das beseitigt zwar nicht immer alle Probleme, macht die Arbeit mit Ubuntu aber doch einfacher. Dabei muss der Nutzer allerdings selbst wissen, welche Codecs er aus rechtlicher Sicht verwenden darf und welche nicht. (apa/red)

11.5.2007 09:33