Mittwoch, 9. Mai 2007

Politikerkinder: Nobelschule & Multikulti

  • Schuldebatte.

NEWS-Lokalaugenschein: In welche Schulen Politiker die eigenen Kinder schicken. Die einen wählen Zweisprachigkeit, die anderen katholische Tradition.

Bildungspolitik und Schulwirklichkeit können sehr verschiedene Paar Schuhe sein. So mancher, dessen Kinder man in einer teuren Privatschule wähnen würde, schickt Tochter oder Sohn in öffentliche Bildungsanstalten. Und wer voller Inbrunst die Vorzüge der gemeinsamen Schule für alle Kinder preist, schickt das eigene vielleicht in eine Privatschule. NEWS machte sich in der heftig geführten Debatte um die gemeinsame Schule für die Zehn- bis 14-Jährigen auf Spurensuche: Welche Schule wählten Politikereltern für ihren Nachwuchs?

Vom Bundeskanzler ist es ja bekannt. Weil Alfred Gusenbauer seiner Tochter Selina möglichst früh schulische Zweisprachigkeit und die Vor-
züge einer ganztägigen Schulform angedeihen lassen wollte, besucht die heute 15-Jährige das französische Lycée, eine Privatschule, die ein besonders hohes Leistungsniveau zum Ziel hat. Gusenbauers
Begründung für die Wahl:
„Ich bin dafür, dass Kinder zweisprachig aufwachsen. Wir brauchen viele zweisprachige Schulen. Immer mehr Eltern erkennen, wie wichtig es ist, dass ihre Kinder mehrsprachig aufwachsen.“

Auch der Sohn des SP-Klubobmanns Josef Cap geht ins elitäre Lycée, und das aus naheliegenden Gründen: Seine Mutter ist Französin.
Und die heute 20-jährige Tochter der Frauenministerin Doris Bures (SPÖ), Bettina, besuchte in der AHS-Unterstufe ebenfalls das Lycée in Wien-Alsergrund – allerdings nach dem Besuch einer öffentlichen Krabbelstube und eines Kindergartens der Stadt Wien: „Ausschlaggebend“, so sagt Bures, „war die ganztägige Betreuung im Lycée, aber auch die zusätzliche Fremdsprache.“ Nach der Unterstufe wechselte Bettina Bures in die Handelsakademie in Wien-Meidling mit Schwerpunkt Informations- und Kommunikationstechnologie.

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9.5.2007 16:56