Mittwoch, 9. Mai 2007

Fußballkrimi: Kartnigs tiefer Fall

Vom Sturm-Zampano zum Untersuchungshäftling: Hat der Expräsident Millionen im Casino verzockt?

Als Hannes Kartnig am Montagabend gegen 19 Uhr in der Garage
am Grazer Eggenberger Gürtel in seinen 100.000 Euro teuren VW Phaeton steigen will, erwarten ihn dort schon vier Beamte der Kriminaldirektion Steiermark und halten ihm einen Haftbefehl unter die Nase. Ganz entgegen seinem polternden Naturell reagiert der 55-jährige ehemalige Präsident des SK Sturm ganz gelassen: „Da kann es sich
nur um ein Missverständnis handeln. Ich kann alles aufklären.“
Wenig später wird Kartnig in das Polizeikommissariat Graz-Seiersberg gebracht, wo er stundenlang einvernommen und nach Mitternacht schließlich in die Justizanstalt Jakomini überstellt wird. Dienstagnachmittag dann der nächste Schock: Die zuständige Richterin verhängt über Antrag der Staatsanwaltschaft die ordentliche Untersuchungshaft über den gefallenen Ex-Sturm-Zampano, der von sich aus Ende Oktober 2006 unter Tränen den Konkursantrag für sein „Lebenswerk“ stellen musste. Bereits ein paar Monate vorher hatten nach mehreren anonymen Anzeigen die Mühlen der Finanzstrafbehörde zu mahlen begonnen. Hausdurchsuchungen im Sturm-Büro und in der Privatvilla Kartnigs folgten. Am vergangenen Freitag, 4. Mai, landete der fast 500 Seiten starke Abschlussbericht der Finanz schließlich auf dem Tisch der Staatsanwaltschaft Graz. Und die fährt bei der Begründung der nun gegen Kartnig eingeleiteten gerichtlichen Voruntersuchung mit schwersten Geschützen auf.

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9.5.2007 16:50