Auch Mondscheiner nicht glücklich mit MiA-Quoten: 'Schwer, die Single zu positionieren'
- Band schrieb Musik zu ORF-Serie und Shakespeare
- "Nichts gegen Nadine, aber alles gegen Starmania"

Die Quotenentwicklung des ORF-Aushängeschildes "Mitten im Achten" wird nicht nur am Küniglberg kritisch beäugt: Auch die junge österreichische Band Mondscheiner, die mit "Mittendrin" den Titelsong zur täglichen Serie beigesteuert hat, wünscht sich mehr Zuschauer. "Es ist nicht wahnsinnig hilfreich, um die Single zu positionieren, dass die Sendung momentan derartig abstinkt", sagt Sänger Manuel Rubey im Gespräch.
Doch die Medienpräsenz nützt der Band jedenfalls: Am 18. Mai erscheint das Album "Diese Stadt" in neuer Version als "Diese Stadt - renoviert", mit neuen Mixes, der Single "Mittendrin" und einer Coverversion als Bonus.
Der "Mitten im Achten"-Titelsong ging aus einem Wettbewerb hervor, zu dem der ORF österreichische Bands wie SheSays, Zweitfrau und Shiver geladen hatte. "Wir haben den Song extra für die Serie geschrieben, aber versucht, dass er eigenständig ist", so Manuel. Auch bei einem größeren Publikumszuspruch der Serie hätte sich Mondscheiner "nicht vereinnahmen lassen" wollen, "wir haben nur den Song geschrieben". Den Titel findet die Band im Nachhinein glücklich gewählt: Denn so könne man den Song auch an "Malcolm mittendrin", eine US-Vorabendserie im ORF-Programm, verkaufen, so Manuel mit einem Lachen.
Spagat zwischen Shakespeare und MiA
Einzelne Band-Mitglieder sind nebenher auch am Theater tätig, "Mondscheiner" hat für das Klagenfurter Stadttheater Musik zu "King Lear" geschrieben: "Ein guter Spagat" zwischen Shakespeare und "Mitten im Achten", lacht Manuel. Nach einer selbstproduzierten EP und einem ersten Album hatte sich die Band beinahe schon wieder aufgelöst. Doch die Musiker dachten sich: "Das kann es doch nicht gewesen sein", und starteten noch einen Anlauf - der zum Major Label-Deal führte.
"Alles gegen Starmania"
Nun ist die Band für den "Amadeus Award" als bester Newcomer nominiert - "ich glaube, wir gewinnen", sagt Gitarrist Stefan Laczkovics. "Nadine ist die einzige Konkurrenz" in der Kategorie, in der noch Zweitfrau, Leo und Excuse Me Moses nominiert sind. "Wenn Zweitfrau gewinnt, wäre das auch super. Aber wenn Nadine gewinnt, wäre es symbolisch eine Katastrophe", übt Manuel Kritik an Castingshows wie "Starmania". "Nichts gegen Nadine, aber alles gegen Starmania", so der Sänger. Amadeus-Abräumerin Christina Stürmer habe es "trotz Starmania geschafft und nicht deswegen, sie ist wirklich gut. Das Bittere am Erfolg Christinas ist, dass es diese Sache weiter legitimiert."
Dass es derzeit auch viele Bands mit deutschen Texten gibt, sehen Mondscheiner sowohl positiv als auch negativ: "Wir haben das von Beginn an gemacht, also nützt es uns auch, wenn deutsche Texte salonfähig sind. Aber es ist eigentlich schon wieder so, dass es fast zum Weghören verleitet - ein ziemlicher Einheitsbrei", so Manuel.
(apa/red)
