Freitag, 11. Mai 2007

Elsner teilt Zelle mit verurteiltem Mörder:
Ex-BAWAG-Chef ist "nicht ganz pflegeleicht"

  • Anwalt: Häftlinge und Personal verhalten sich gut
  • Dennoch sei Gefängnis "ungeeigneter Ort" für ihn

Helmut Elsner fällt es schwer, sich an den Alltag im Wiener Landesgerichtlichen Gefangenenhaus zu gewöhnen. Der ehemalige BAWAG-Generaldirektor verhalte sich zwar nicht renitent, sei aber doch "nicht ganz pflegeleicht", war aus der Justizanstalt Josefstadt zu erfahren. Darüber, dass sich der bald 72-Jährige eine Zelle unter anderem mit einem Mörder teilen muss, hat sich Elsner aber nicht beschwert.

Im Gegenteil dürfte es gerade zu dem ehemaligen Wiener Rathaussprecher, der wegen Mordes an seiner Ex-Freundin vor wenigen Wochen rechtskräftig zu 18 Jahren Haft verurteilt wurde und der bis zur endgültigen Verlegung in eine Justizvollzugsanstalt noch auf der Krankenabteilung in der Josefstadt untergebracht ist, eine funktionierende Gesprächsbasis geben. "Der Mann ist gebildet und hat ein kulturelles Niveau. Die beiden unterhalten sich und reden recht gut miteinander", bemerkte Elsners Anwalt Wolfgang Schubert nach einem Besuch bei seinem Mandanten.

Elsner werde in der Justizanstalt korrekt behandelt. "Die Mithäftlinge und das Personal verhalten sich ihm gegenüber einwandfrei", betonte Schubert. Elsner hatte nach dem Ende seiner Rehabilitation im Kärntner Kurzentrum Treibach-Althofen eine mit drei Personen belegte Vier-Mann-Zelle bezogen. Der dritte, dem Vernehmen nach an einen Rollstuhl gefesselte Mann soll sehr zurückhaltend sein und Elsner bisher kaum bzw. gar nicht angesprochen haben.

Laut Verteidiger ist Gefängnis "ungeeigneter Ort" für Elsner
Für Elsners Verteidiger steht fest, dass das Gefängnis für den 72-Jährigen im Hinblick auf die überstandene Herzoperation und weiterer körperlicher Leiden ein "ungeeigneter" Unterbringungsort ist. Demgegenüber meinte Harald Schopper, der ärztliche Leiter der Krankenanstalt im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus, auf APA-Anfrage, Elsner sei "ganz zufrieden in der Zelle und mit den vorhandenen Mitteln".

(apa/red)

11.5.2007 13:24