Montag, 20. August 2007

Deripaska steigt mit 1,1 Mrd. € bei Magna ein: Stronach teilt den Konzern mit Russen

  • Investment soll Strategie-Bemühungen unterstützen
  • Stronach, Deripaska in Besitzgesellschaft gleichwertig
    PLUS: Stronach bestätigt Magna-Angebot für Chrysler

Drei Wochen nachdem sein Einstieg in den österreichisch-deutschen Baukonzern Strabag bekannt geworden war, ist der russische Milliardär Oleg Deripaska auch zum gleichberechtigten Partner beim kanadischen Autozulieferkonzern Magna International geworden. Wie Magna mitteilte, beteiligt sich Deripaskas Firma Basic Element mit 1,54 Mrd. Dollar (1,14 Mrd. Euro) an Magna durch den Kauf von 20 Millionen mit Stimmrechten ausgestatten Class A-Aktien, vom Unternehmen selbst.

Der komplizierte Deal erlaubt es Deripaska aber, weit über diesen Zukauf hinaus zum gleichberechtigten Partner von Stronach zu werden. Gleichzeitig werden die beiden operativen Konzernlenker Siegfried Wolf und Don Walker zum Zünglein an der Waage zwischen Stronach und Deripaska. Stronach und Deripaska werden jeweils sechs Mitglieder in den Board of Directors entsenden, dazu kommen aber Wolf und Walker, die ihrerseits Stimmrechte kontrollieren werden.

Eine neue kanadische Holdinggesellschaft "Newco" soll die jeweiligen Magna-Anteile des Stronach Trust und von Russian Machines, einer Division der von Deripaskas Holding Basic Element halten. Basic Element ist eines der größten russischen Unternehmen mit einem Umsatz 18 Mrd. Dollar und 240.000 Mitarbeitern. Sie ist im Metall-, Maschinenbau-, Auto-, Finanzdienstleistungs- und Baubereich tätig.

Deripaska plant keinen weiteren Zukauf
43 Prozent der Voting-Rights werden künftig von Deripaska, 43 Prozent von Stronach kontrolliert werden, weitere je 7 Prozent gehen an Ex-Schwiegersohn Don Walker und Siegfried Wolf, sagte Wolf. "Wir sind über den Einstieg froh, denn es ist uns wichtig, dass jemand, mit dem wir in Russland zusammenarbeiten, auch ein Interesse daran hat, dass es dem gesamten Unternehmen gut geht." Es sei nicht beabsichtigt, dass Deripaska weitere Anteile übernimmt. Magna soll an der Börse notiert bleiben, sagte Wolf.

Stronach kontrolliert Magna derzeit mit Hilfe seiner mit Vielfach-Stimmrechten ausgestatteten Aktien der Klasse B, die im Stronach Trust gehalten werden. Für die ausstehenden B-Aktien - rund ein Drittel - wurde ein Rückkaufangebot von 114 kanadischen Dollar angekündigt. Russian Machines sichert im Rahmen des Abkommens Magna zu, Magna bei der "Identifizierung, Entwicklung und Umsetzung von Chancen im russischen und anderen Automärkten zu unterstützen."

In einem noch nicht im Detail erklärten Bestandteil des Übereinkommen beteiligt sich Deripaska an einer europäischen Beratungsfirma Stronachs mit einem Investment von 150 Mio. Dollar und bekommt dafür die Hälfte an dieser Firma. Dieses Unternehmen bezieht Millionen an "Consulting fees" von Magna. Der Deal diene dazu, die Allianz zwischen Stronach und seinem neuen russischen Geschäftspartner zu besiegeln, sagte Wolf sinngemäß.

(apa/red)

20.8.2007 17:04