Freitag, 11. Mai 2007

Auseinandersetzung um flexibles Gehalt: AUA droht wieder ein neuer Arbeitskonflikt

  • Belegschaftsvertreter setzen Betriebsversammlung an
  • Flugverkehr soll bei Protest nicht gestört werden

Der mit Verlusten kämpfenden börsenotierten Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) droht ein neuer Arbeitskonflikt. Die Auseinandersetzungen entzünden sich an einem neuen flexiblen Gehaltsschema für die Boden-Mitarbeiter, das Mitarbeiter und Gewerkschaft ablehnen. AUA-Belegschaftsvertreter haben eine Betriebsversammlung angesetzt, um das weitere Vorgehen zu erörtern.

Störungen des Flugbetriebs seien zwar nicht geplant, die zuständige Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) will im Vorfeld aber "nichts ausschließen". "Die Betriebsversammlung ist der Souverän", unterstrich Karl Proyer, Chefverhandler der GPA-DJP und stellvertretender Bundesgeschäftsführer, zur APA. Die AUA-Führung geht von einem reibungslosen Ablauf der Versammlung aus.

AUA-Vorstandsvorsitzender Alfred Ötsch will ein neues flexibles Gehaltssystem einführen, das in erfolgreichen Jahren Zusatzzahlungen für das Bodenpersonal vorsieht, im Gegenzug will er aber die im Kollektivvertrag (KV) festgeschriebenen fixen Gehaltssprünge (Biennien oder Biennalsprünge) streichen.

In erfolgreichen Jahren würden Mitarbeiter überdurchschnittlich vom Unternehmenserfolg profitieren, andernfalls erhalten sie immer noch Fixgehalt und Inflationsabgeltung, so die AUA. Für die Gewerkschaft ist das nicht akzeptabel: "Nachhaltige Bestandteile des KV sollen umgewandelt werden in nicht nachhaltige Einmalzahlungen", sagte Proyer. Es sei klar ersichtlich, dass das unter dem Strich weniger sei als in der bestehenden KV-Regelung. Er verstehe nicht, "wie jemand ernsthaft mit so etwas an die Öffentlichkeit gehen kann".

(apa/red)

11.5.2007 15:16