Mittwoch, 9. Mai 2007

Industrie will Zuwanderung fördern: Mehr qualifizierte Fachkräfte für die Wirtschaft

  • IV: "Österreich war und ist ein Zuwanderungsland"
  • Grüne begrüßen Vorschlag - FPÖ bleibt skeptisch

Die Industriellenvereinigung fordert, qualifizierte ausländische Arbeitskräfte zu motivieren, nach Österreich zu kommen. Weiters sollen die Rahmenbedingungen für hier lebende Menschen mit Migrationshintergrund optimiert werden, so die Eckpunkte des IV- Positionspapiers zur Zuwanderung.

"Denn Österreich war und ist ein Zuwanderungsland, und das hat viele Vorteile für Wirtschaft und Gesellschaft gebracht", so IV- Generalsekretär Beyrer am Montag. Ein künftiges Zuwanderungsmodell soll es nach Meinung der IV ermöglichen, dass einwanderungswillige Personen "auf Basis klarer und transparenter Kriterien und unabhängig von Quoten rasch und einfach Aufenthalt und Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten", hieß es. Weiters spricht sich die IV für die unbürokratische Zuwanderung von Familienangehörigen aus. Für besonders qualifizierte Personen oder Führungskräfte sollen Sonderbestimmungen geschaffen werden.

Grundlage für einen erfolgreichen Zuzug seien begleitende Maßnahmen. Dazu gehörten unter anderem die Zusammenführung von Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, die Förderung der Mehrsprachigkeit der Österreicher und Zuwanderer und ein Bürokratieabbau. Außerdem bedürfe es der Einrichtung eines Migrations - und Integrationsrates, heißt es in dem Positionspapier "Gemeinsame Lebensräume schaffen - Die Zukunft von Migration und Integration in Österreich".

In einer ersten Reaktion bezeichnete die Caritas das Papier als "wichtigen Beitrag". Die Grünen meinten, die IV habe "eingesehen, dass es eine neue Qualität in der Diskussion um Einwanderung und Integration in Österreich braucht".

Die Grüne Menschenrechtssprecherin Stoisits sieht die Industrie gar weiter als die ÖVP, der sie eine "Betonmentalität" unterstellte. Erwartungsgemäß ablehnend äußerte sich die FPÖ.

(apa/red)

9.5.2007 17:35