Mittwoch, 9. Mai 2007

Boeing stellt neuen "787-Dreamliner" vor:
Vier österreichische Unternehmen beteiligt

  • FACC, Boehler Schmiedetechnik & Co liefern Teile
  • Erstflug für Juli geplant - 560 Bestellungen eingelangt

Im Juli soll der erste Boeing 787-8-"Dreamliner" seinen Erstflug absolvieren. Die erste Auslieferung des neuen Flugzeugs soll im Mai 2008 an die japanische ANA erfolgen, insgesamt sind 560 Flugzeuge dieses Typs bestellt. Unter den zahlreichen Zulieferern für das Flugzeug der neuen Generation befinden sich auch vier österreichische Unternehmen: Die oberösterreichische FACC, austriamicrosystems, Böhler Schmiedetechnik und TTTech Computertechnik.

Diese vier Betriebe seien mit "namhaften Beträgen im mehrfachen Millionen-Dollar-Bereich" am Boeing 787-Programm beteiligt, erklärte Boeing Europa-Manager Steve Ford heute, Mittwoch, vor Journalisten in Wien. Einen konkreten Betrag wollte er nicht nennen, in den Verträgen sei Stillschweigen in diesem Punkt vereinbart worden. Das Mitwirken österreichischer Firmen an diesem Projekt beweise die internationale Top-Stellung dieser Betriebe.

Am gesamten Boeing 787-Programm seien europäische Unternehmen in einem Ausmaß von bis zu 30 Prozent beteiligt - und damit fast gleich stark wie Zulieferbetriebe in den USA und Asien, unterstrich Ford. Dieser Anteil könne allerdings je nach Ausstattungsvariante schwanken. Anderen Quellen zufolge liegt der US-Anteil am Dreamliner bei 75 Prozent.

austriamicrosystems liefert Teile des Elektronik-Netzwerks an Bord, Böhler Schmiedtechnik ist mit mehr als 200 unterschiedlichen Schmiedestücken vertreten, darunter Präzisionskomponenten für Fahrwerk, Vorflügel, Flügelanschlusskasten u.a. Diese Teile tragen wesentlich zur Gewichtseinsparung beim neuen Flugzeug bei.

Der Composite-Spezialist FACC (Fischer Advanced Composite Components) hat sich fünf Aufträge am Beoing-Programm gesichert und ist auch maßgeblich an der Entwicklung neuartiger Faserverbundmaterialien beteiligt, die an Triebwerken, Tragflächen und am Rumpf zum Einsatz kommen. Diese Teile sollen einen Beitrag leisten zu weniger Gewicht, niedrigerem Treibstoffverbrauch und geringeren Wartungskosten beim "Dreamliner".

TTTech Computertechnik wurde vom Boeing 787-Vertragspartner Hamilton Sundstrand als Zulieferer für elektronische Teilsysteme ausgewählt, die Österreicher liefern etwa eine "zeitgesteuerte Protokoll-data-bus-Lösung und eingebettete Softwarekomponenten, die weniger wiegen als herkömmliche Systeme.

Die Boeing 787 sei seit dem Verkaufsstart im Frühjahr 2004 das "sich am schnellsten verkaufende Verkehrsflugzeug" der Geschichte. Bisher hätten 44 Kunden weltweit mehr als 560 Flugzeuge bestellt. Laut Herstellerangaben hat der Dreamliner einen um 20 Prozent geringeren Treibstoffverbrauch als vergleichbare Flugzeuge und soll bis zu 45 Prozent mehr Frachtvolumen bieten.

(apa/red)

9.5.2007 16:55