Gegen Übernahme durch Voest: Harsche
Kritik der Böhler-Aktionäre an Angebot
- Aktien würden derzeit weit unter ihrem Wert verkauft
- voestalpine will Edelstahlkonzern zu 100 % erwerben
Aufgebrachte Stimmung herrschte unter den Kleinaktionären des Edelstahlkonzerns Böhler-Uddeholm. Hintergrund ist das derzeit laufende Übernahmeangebot des oberösterreichischen Stahlkochers voestalpine. "Es ist ganz logisch, dass ich nicht verkaufen werde, wenn 69 Euro je Aktie geboten werden und der Kurs bei fast 72 Euro liegt", sagte Böhler-Aktionär Werner Gabriel.
Die wutentbrannte Äußerung eines weiteren Aktionärs auf der 16. ordentlichen Hauptversammlung von Böhler-Uddeholm: "Zu 69 Euro verkaufe ich nicht und an die voestalpine schon gar nicht. Ich empfehle den Kleinaktionären, die Aktien vorerst zu behalten und abzuwarten, zumal der aktuelle Kurs über 71 Euro liegt", meldete sich Aktionärsschützer Erhard Salchenegger zu Wort.
Aufsichtsratschef Rudolf Streicher wurde nicht müde, auf die eigentlichen Tagesordnungspunkte zum Geschäftsjahr 2006 und auf das schwebende Übernahmeverfahren zu verweisen. Er bat um Verständnis, dass keine detaillierteren Stellungnahmen abgegeben werden könnten.
"Was Sie hier machen, ist immer nur abwimmeln und uns faktisch im Stich zu lassen in einer Situation der Ratlosigkeit", beklagte sich ein Anteilseigner und bezeichnete das Verhalten der Vorstandsriege als "ausgesprochen unfair gegenüber dem fast 80-prozentigen Streubesitz".
Fakt ist, die voestalpine will den Edelstahlkonzern letztlich zu 100 Prozent erwerben. Die Übernahme kommt nur dann zustande, wenn die Voest zumindest 50 Prozent plus eine Aktie an Böhler-Uddeholm bekommt.
Bereits gesichert hat sie sich die 20,95 Prozent des bisherigen Großaktionärs BU Industrieholding rund um den Badener Rechtsanwalt und Investor Rudolf Fries.
(apa/red)

