655 fürs Börsel jedes Österreichers: EU-Erweiterung brachte laut IV große Gewinne
- Beyrer: "Unser Humankapital ist dabei größter Wert"
- Industrie will dafür Sozialpartnerschaft neu beleben
Die EU-Erweiterung hat das Geldbörsel der Österreicher deutlich aufgefettet. Zu diesem Schluss kommt der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Beyrer. Er berief sich auf eine Detailberechnung auf Basis einer Studie von WU-Professor Breuss. Demnach habe die EU-Erweiterung pro Erwerbsperson im Schnitt pro Jahr 655 Euro zusätzlich gebracht.
Der seinerzeitige EU-Beitritt Österreichs, so Beyrer, habe sich als "absolute Erfolgsstory für den Standort" erwiesen. Um im internationalen Wettbewerb weiter bestehen zu können, forderte die Industrie vor allem weitere Bildungsmaßnahmen. Die IV verlangte zudem eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
"Unser Humankapital ist dabei der größte Wert, über den wir im internationalen Wettbewerb, verfügen. Es muss uns bewusst sein, dass sich Österreich in Bildung, Forschung & Entwicklung sowie Innovation an der Spitze etablieren muss, um die gegenwärtigen Standards und unseren Wohlstand langfristig zu halten", so Beyrer.
Bild der "Industriefamilie"
Einmal mehr bemühte die IV das Bild der "Industriefamilie". Die Gesellschaft von heute teile sich nur mehr sehr bedingt in Arbeitgeber und -nehmer auf. Vielmehr müsse man die Menschen auch als Bürger und Kunden und als Teil eines wirtschaftlichen Systems sehen, in dem sie entscheiden und am gemeinsamen Erfolg teilhaben können, sagte Beyrer.
Die IV will dafür die Sozialpartnerschaft neu beleben. Ein starker Standort brauche "auch verantwortungsbewusste, starke und kluge Gewerkschaften". Neue Konzepte könnten am besten umgesetzt werden, "wenn sie von einer breiten Basis getragen werden und alle Beteiligten den Mut für zeitgemäße Lösungsansätze haben", so Beyrer. (apa/red)

