Montag, 7. Mai 2007

Baukonzern Porr vor größerem Umbau: Streubesitz von fünf auf fast 40 % erhöht

  • Dadurch wesentlich interessanter an der Börse
  • Kapitalerhöhung würde Porr 'ziemlich auf Kopf stellen'

Der zweitgrößte österreichische Baukonzern, die börsenotierte Porr, steht laut einem Zeitungsbericht vor einem größeren Umbau, in dessen Folge sich der Streubesitz von fünf auf 40 Prozent erhöhen dürfte. Dadurch würde sie an der Börse wesentlich interessanter werden.

Eine Kapitalerhöhung über die Börse um 150 Mio. Euro, die volle Einbringung der Teerag-Asdag, ein möglicher Anteilsverkauf von Miteigentümer Klaus Ortner und die Hereinnahme von strategischen Investoren wie dem börsenotierten Immobilienkonzern Warimpex von Franz Jurkowitsch, würden die Porr "ziemlich auf den Kopf stellen".

An der Teerag-Asdag ist die Porr derzeit mit 53 Prozent, die Wiener Städtische Versicherung mit 47 Prozent beteiligt. Der Tiroler Installations-Anlagenbauer Klaus Ortner ist als einer der drei Porr-Hauptaktionäre mit 29,4 Prozent am Baukonzern beteiligt. Ortner und die beiden anderen Hauptaktionäre, die aus der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) entstandene B&C-Stiftung - sie hält rund 45 Prozent - und die Wiener Städtische (rund zehn Prozent) "sind sich nicht grün", so die Zeitung.

Jurkowitsch' Warimpex sei bereits mit drei Prozent an der Porr beteiligt. Wenn die Teerag-Asdag als Sacheinlage in die Porr AG eingebracht wird, wäre die gemeindeeigene Wiener Stadtwerke AG mit etwa zehn Prozent - nach Kapitalerhöhung - beteiligt.

Da bei der Hauptversammlung am 24. Mai nicht nur Langzeit-Chef Horst Pöchhacker seinem designierten Nachfolger und Vize, Wolfgang Hesoun, Platz mache, sondern auch "Wahlen in den Aufsichtsrat" anstünden, könnte es sein, dass ein neuer Aufsichtsratspräsident kommt, so der "Kurier" weiter. Als mögliche Nachfolger von AR-Chef Klaus Ortner werden die ehemaligen BA-CA-Vorstände Friedrich Kadrnoska oder Franz Zwickl genannt. "Kadrnoska wäre schwierig, weil er im UniCredit-Aufsichtsrat sitzt. Zwickl ist Präsident beim Immo-Konzern conwert", so die Zeitung.

Zur Bewertung des Baukonzerns meinte ein Analyst diplomatisch zur Zeitung: "Die Börse bewertet die Porr mit 400 Mio. Euro, das ist ein Zehntel der Strabag. Von der Substanz her ist sie aber mehr als ein Zehntel. Ob da wer unter- oder ein anderer überbewertet ist, wird sich zeigen".

(apa/red)

7.5.2007 11:57