9.5.2007 11:04

Polizeiliche Nachbarschaftshilfe für EURO 2008: Auch deutsche Exekutive im Einsatz

  • Deutsche Erfahrungen von WM 2006 miteingebunden
  • Bilateraler Datenaustausch für Luftraumüberwachung

Die Salzburger Polizei setzt bei der Fußball-EM 2008 auf Nachbarschaftshilfe: Mehrere hundert deutsche Polizisten werden die österreichische Exekutive verstärken. Nach derzeitigem Planungsstand kommen weiters zu den 1.500 derzeit in Salzburg Dienst habenden Beamten "auch noch 400 bis 500 Uniformierte aus ganz Österreich in Salzburg zum Einsatz", sagte Hermann Rechberger von der Salzburger Sicherheitsdirektion bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Mit Sicherheit Europa" in Salzburg.

Die Kollegen aus Deutschland sind für den polizeilichen Ordnungsdienst vorgesehen, erläuterte der Chef der Salzburger Kriminalpolizei. Die geschlossenen Einheiten von jeweils 20 bis 100 Mann werden vor allem zur Reserve bei Ausschreitungen eingesetzt , sie stehen dann unter dem Kommando eines österreichischen Polizeiführers.

Die deutschen Polizisten kommen vermutlich auch in Innsbruck zum Einsatz, wo wie in Salzburg im Juni 2008 drei EM-Spiele ausgetragen werden. "Es gibt einen regelmäßigen Informationsaustausch zwischen Österreich und Deutschland. Es werden Wünsche an die bayerische Polizei herangetragen, was sie leisten soll", sagte der Chef der Polizeidirektion Traunstein, Hubertus Andrä.

Erfahrungen bei WM 2006 wichtig
In die Sicherheitskonzepte eingebunden würden die Erfahrungen der deutschen Polizeiführer bei der Fußball-WM 2006. Die Grenzkontrollen hätten sich damals sehr bewährt, "sie waren ein wesentlicher Baustein des Sicherheitskonzeptes. Wir haben die Kontrollen an den Spieltagen mit einem immensen personellen Aufwand gezielt durchgeführt." Vermutlich wird es auch während der Fußball-EM Grenzkontrollen geben.

Noch nicht einschätzbar ist, was sich in den Public-Viewing-Bereichen abspielen wird. Für die Planung des Generalkonzeptes sei entscheidend, welche Mannschaften aufeinander treffen, so Rechberger. Vorabkontrollen, der internationale Datenaustausch und die Meldepflicht von gewaltbereiten Personen könnten Krawalle verhindern helfen. "Salzburg hat viel Erfahrung bei großen Polizeieinsätzen, wie zum Beispiel beim World Economic Forum. Die Dienstplanung für die Stadien ist erstellt, die Einsatzpläne sind ausgearbeitet und eine Urlaubssperre wurde bereits verfügt", zeigte sich der Salzburger Kripo-Chef zuversichtlich.

Datenaustausch für Luftraumüberwachung
Auch für die Luftraumüberwachung während der EM, die von der UEFA gefordert wurde, sei ein Datenaustausch mit Deutschland auf Grund der Grenznähe notwendig, erklärte der Salzburger Heeressprecher Hans-Georg Wallner. Zudem laufen derzeit Verhandlungen zwischen dem Katastrophenschutzreferat des Landes und dem Bundesministerium für weitere Unterstützungsleistungen durch das Bundesheer. Angedacht werde bei Bedarf die Unterbringung von polizeilichen Verstärkungseinheiten in der Schwarzenbergkaserne. Das Militär könnte auch für das Rote Kreuz Transportkapazitäten bereitstellen.

(apa/red)

9.5.2007 11:04
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