Nach WM-Debakel für ÖEHV: Präsident Kalt fordert Legionärs-Beschränkung in der Liga
- Kalt will Vereinbarung vom Dezember umsetzen
- Linz-Boss Wetzl fordert Ende der Beschränkung

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Die 71. Eishockey-Weltmeisterschaft in Moskau hat kein gutes Licht auf das Niveau des österreichischen Eishockey geworfen. Die Verantwortlichen im heimischen Verband befürchten, dass dies zur Normalität werden könnte, sollten die Pläne der Liga umgesetzt und Transferkarten für EU-Ausländer frei gegeben werden. Mit einer Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) als Legionärsliga würde Österreichs Eishockey mittel- und langfristig Schaden nehmen, sind sich ÖEHV-Präsident Dieter Kalt und der scheidende Teamchef Jim Boni einig.
Am 15. Mai steht in Salzburg bei einer Liga-Sitzung, bei der der Verband eingeladen ist, die Zukunft der EBEL auf dem Programm. Einige Klubs, angeführt von den Vienna Capitals, aber zuletzt auch die Black Wings Linz, fordern unbeschränkten Zugang für EU-Ausländer. Sie führen an, die jungen heimischen Spieler würden den Spielbetrieb zu teuer machen, Legionäre dagegen billiger sein, und berufen sich auf EU-Recht. Präsident Kalt fürchtet dagegen um die Chancen für die Talente.
"Müssen die Jugend heranführen"
"Es geht nur weiter, wenn wir die Jugend heranführen und uns nicht mit Transferkarten was vorgaukeln", ist Kalt überzeugt. Die WM in Moskau, die mit dem Abstieg geendet hat, hat ihn da nur bestärkt.
Kalt hofft auf Einsicht der Klub-Verantwortlichen ("Die Vereine können nicht ohne Verband und der Verband nicht ohne Vereine"), gibt sich aber auch kämpferisch. Falls nicht, "wird der Verband die Liga ausschreiben, so wie schon zweimal angekündigt. Dann wird der Beschluss von 11. Dezember 2006 umgesetzt. Es wird nur mitspielen, wer freiwillig diese Ausschreibung unterschreibt", betonte Kalt. Dort wurde festgelegt, das jeder Verein sieben Transferkarten-Spieler (Legionäre) anmelden darf und zudem sieben Nachwuchsspieler auf dem Spielbericht aufscheinen müssen.
Salzburg plant mit "7+7+7-Mischung"
"All jene, die glauben, die Transferkartenregelung wird geöffnet, sind Träumer. Wir nehmen auch das Risiko einer Klage in Kauf", erklärte Kalt. Der Jurist weiß um das EU-Recht und hofft daher, dass die meisten Klubs auf seine Linie einschwenken und letztlich auch die Gegner einer Beschränkung mit ins Boot holen. "Die Mehrzahl ist vernünftig", ist er überzeugt. Rene Dimter, Geschäftsführer von Red Bull Salzburg, hat etwa schon erklärt, dass der Meister mit einer 7+7+7-Mischung plant. Also sieben heimische Teamspieler, sieben Legionäre und sieben österreichische U23-Spieler.
Aussagen von Linz-Boss Wetzl in den "Oberösterreichische Nachrichten" stimmen allerdings weniger optimistisch. Wetzl forderte nach dem Abstieg Konsequenzen in Form von mehr Legionären. "Bisher haben wir die Liga vor einer Gleichstellung österreichischer Spieler mit EU-Ausländern geschützt. Damit muss jetzt Schluss sein. Wir haben nicht genügend starke heimische Akteure. Deshalb können die Spieler alles fordern", erklärte er. (apa/red)
