Hannes Kartnigs Sucht nach Roulette: Im Casino Graz verlor er fast drei Millionen Euro
- FORMAT: Insgesamt 308 Besuche an Roulettetischen
- Tabelle: So viel verlor Kartnig zwischen 1998 & 2005

·FORMAT: Kartnigs Sucht nach Roulette
Im Casino Graz fast drei Millionen Euro verloren
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Die Leidenschaft, die Hannes Kartnig möglicherweise in den Ruin getrieben hat, war seine Sucht nach Roulette. Im Casino Graz verlor er fast drei Millionen Euro.
Auf dem grünen Rasen genoss Hannes Kartnig jahrelang Ruhm und Anerkennung. Bis er alles am grünen Tisch im Casino verlor. Konkret waren es im Zeitraum von 1998 bis Mitte 2006 laut Casino-internen Aufzeichnungen rund 39 Millionen Schilling nach alter Währung oder 2,8 Millionen Euro.
Insgesamt lockte ihn seine Spielleidenschaft in dieser Zeit gezählte 308-mal an die staatlichen Roulettetische in Graz, an denen er im Durchschnitt pro Spieltag 9.200 Euro verlor. Zum Vergleich dazu: Laut Statistik der Casino Austria verliert ein normaler Spieler 100 Euro pro Besuch. Das finanziell schlimmste Jahr für Kartnig war 2004. 73-mal, also praktisch jeden fünften Tag, stand der Strum-Präsident am Roulettetisch. Die triste Bilanz: ein Jahresverlust von 628.000 Euro.
Den Großteil seiner Spielverluste beglich Kartnig über sein Firmen- oder Privatkonto, wobei er sie allerdings nicht ganz so widerspruchslos hinnahm: So etwa beglich er am 9. 10. 2000 einen Jeton-Kauf in Höhe von 500.000 Schilling zwar mit einem Perspektiven-Scheck, verbuchte diesen aber in der Folge laut FORMAT vorliegenden Unterlagen als "Vorauszahlung für die Werbevereinbarung mit dem SK Sturm". Das gleiche Spiel riskierte er noch mit vier weiteren Schecks in einer Höhe von insgesamt zehn Millionen Schilling. Eleganter Nebeneffekt: Aufgrund seiner fünfzigprozentigen Steuerprogression als Geschäftsmann halbierte sich dadurch auch sein Spielverlust.
Für den Grazer Casino-Direktor Andreas Sauseng waren die Spieleinsätze des ehemaligen Sturm-Präsidenten jedenfalls nie ein Problem. "Herr Kartnig stand bei uns zwar, wie es das Glücksspielgesetz vorschreibt, zum Spielerschutz unter Beobachtung, aber aufgrund seiner guten Geschäfte als Privatunternehmer und Chef der Perspektiven-Werbung hatten wir mit der Höhe seiner Spielverluste nie ein Problem." Der Spielcasino-Chef glaubt auch nicht, dass Kartnig im Falle eines Firmenkonkurses die Casinos Austria - so wie bereits etliche andere potenzielle Spieler in der Vergangenheit - unter dem Vorwand der "Spielsucht" klagen könnte. "Und wenn", so meint Sauseng, "werden die Gerichte entscheiden müssen, ob wir ihn hätten sperren müssen." Im Fall des jetzigen GAK-Präsidenten Stephan Sticher jedenfalls haben die Casinos Austria diesbezüglich - wenn auch nur wegen eines Formalfehlers - den Prozess gewonnen.
| Kartnigs Spiel-Verluste: | ||
| Jahr | Casino-Besuche | Verluste |
| 1998 | 30 | 343.600 |
| 1999 | 29 | 386.400 |
| 2000 | 16 | 53.600 |
| 2001 | 42 | 502.000 |
| 2002 | 40 | 386.900 |
| 2003 | 25 | 81.400 |
| 2004 | 73 | 627.900 |
| 2005 | 38 | 343.900 |
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