Donnerstag, 10. Mai 2007

Heißer Vierkampf um zwei UEFA-Cup-Plätze:
Zwischen Platz zwei und fünf nur drei Punkte

  • Ried nach Sieg gegen Mattersburg wieder im Geschäft
  • Trotz ungewisser Zukunft: Pasching kämpft verbissen

In der 33. Runde der Bundesliga hat sich der Kampf um die beiden UEFA-Cup-Plätze weiter zugespitzt. Nach den Erfolgen von Rapid (3:0 gegen die Austria), Ried (1:0 gegen Mattersburg) und Pasching (3:2 in Salzburg) trennen die zweitplatzierten Burgenländer und den auf Rang fünf platzierten Rekordmeister nur noch drei Punkte. Auch zwei Serien gingen zu Ende. Während Meister Red Bull Salzburg erstmals nach 15 Runden wieder verlor, feierte Wacker Tirol nach 15 sieglosen Spielen einen 5:1-Kantersieg gegen den GAK.

Nach der, das verlorene Cupfinale miteingerechnet, vierten Niederlage in Serie laufen die Mattersburger Gefahr, nicht nur den schon sicher geglaubten Vizemeistertitel, sondern auch einen UEFA-Cup-Platz noch zu verspielen. "Sicher haben wir in den letzten drei Runden jetzt mehr Druck, einen Durchhänger sehe ich aber nicht", versicherte Coach Franz Lederer. "Uns fehlt derzeit ein wenig Fortune, wir haben aber noch zwei Heimspiele, das ist kein unwesentlicher Faktor."

Rieder haben Blut geleckt
Die siegreichen Rieder, die im Fill-Metallbau-Stadion gegen die Burgenländer noch nie eine Niederlage hinnehmen mussten, haben hingegen nach dem sechsten Heimerfolg in Serie Lunte gerochen. "Jetzt gilt es, auch auswärts zu punkten, um im internationalen Geschäft dabei zu sein", gab Trainer Helmut Kraft die Marschroute vor. Die heimstarken Oberösterreicher haben allerdings in der Fremde im Frühjahr in sechs Spielen erst vier Punkte geholt.

Pasching wieder auf internationalem Kurs
Pasching hat nach einem schwachen Rückrundenstart und Diskussionen über die Vereinszukunft ("FC Kärnten neu") mit dem dritten Sieg in Serie rechtzeitig wieder in die "Europacup-Spur" zurückgefunden. Thierry Fidjeu-Tazemeta hatte maßgeblichen Anteil am Aufschwung der drittplatzierten Oberösterreicher. Der 24-jährige trickreiche Stürmer aus Kamerun leitete mit seinem Treffer den 3:2-Sieg in Salzburg ein und hat in den vergangenen drei Spielen fünf Tore erzielt.

Coach Dietmar Constantini wollte von einer Vorentscheidung im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz aber nichts wissen. "Es ist noch verfrüht, jetzt Schlüsse zu ziehen. Es wird noch schwer genug. Wir müssen auf uns selbst schauen." Pasching trifft im einzig noch ausstehenden direkten "UEFA-Cup-Duell" in der vorletzten Runde in Wien auf Rapid.

Dicke Luft bei Meister Salzburg
In Salzburg war die Stimmung nach dem dritten sieglosen Spiel nach dem vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft auf dem Tiefpunkt. Während Cheftrainer Giovanni Trapattoni zum ersten Mal in seiner Red-Bull-Ära für kein Interview bereitstand, kritisierte Coach Lothar Matthäus einmal mehr seine Mannschaft. "Es waren Schülerfehler vor allem der Defensive, die einem österreichischen Meister nicht passieren dürfen. Ich muss mich fragen, ob einige Spieler schon im Urlaub sind."

Der deutsche Ex-Rapid-Betreuer hofft, dass sich seine Mannschaft in Mattersburg von einer anderen Seite präsentiert. "Ich bin hier der Papagei, der laufend predigt, aber damit ist jetzt Schluss. Ich hoffe, die Mannschaft wurde aufgeweckt und weiß, was sie in den restlichen Spielen zu tun hat."

Zickler entschuldigt sich bei Zuschauern
Red-Bull-Toptorschütze Alexander Zickler hatte sich nach dem Spiel bei den 11.000 Zuschauern für die schwache Darbietung via Stadionmikrofon entschuldigt. "Wir werden versuchen, es in den restlichen Spielen noch auszubügeln. Im abschließenden Heimspiel gegen Rapid wird man eine andere Red-Bull-Mannschaft erleben", versicherte der Führende der Torschützenliste (21 Tore).

Fan-Rufe nach dem nicht mehr eingesetzten Thomas Linke nahm die Vereinsführung zwar zur Kenntnis, die neue Saison werden die Mozartstädter aber trotzdem ohne den ehemaligen Kapitän planen. "Ich habe Verständnis für die Rufe, aber wir haben uns nun einmal so entschieden, obwohl es schwer für uns war", machte Matthäus deutlich.

Aufatmen in Innsbruck
In Innsbruck fiel Interimscoach Klaus Vogler nach dem ersten vollen Erfolg im Frühjahr und dem Ende des neuen Vereins-Negativrekord (15 Spiele in Serie ohne Sieg) ein großer Stein vom Herzen. "Endlich ist die Serie gerissen. Wir haben uns nie weggeschmissen und darauf hingearbeitet. Wir haben einen Funken Selbstvertrauen getankt und hoffen, dass es jetzt in dieser Tonart weitergeht." Seine Elf (9.), Sturm (8.) und Altach (7.) sind nur durch einen Punkt getrennt.

(apa/red)

10.5.2007 13:21