Mittwoch, 9. Mai 2007

Sturm-Sachwalter würde sich Kartnig-An-klage anschließen: Wegen Konkurs-Edikt

  • Superquote könnte Gläubigern mehr als 20 % bringen
  • Kartnig versorgte sich in Justizanstalt mit Nötigstem

Sollte es zu einer Anklageerhebung gegen den früheren Sturm-Präsidenten Hannes Kartnig kommen, wird sich auch der ehemalige Sturm-Masseverwalter Norbert Scherbaum dem Verfahren als Sachwalter für die Gläubiger anschließen. Dies ergebe sich schon aus dem Konkurs-Edikt, erklärte Scherbaum.

Scherbaum war nach dem Konkursverfahren vom Masseverwalter zum Sachwalter der Gläuber bestellt geworden. In dieser Funktion würde er als "Privatbeteiligter etwaige zivilrechtliche Haftungsansprüche, die sich infolge eines Schaden zu Lasten des Vereins bzw. der Gläubiger ergeben sollten, im Strafverfahren geltend machen". Die Gläubiger könnten eine so genannte Superquote erhalten, also mehr als die Ende Jänner vereinbarte 20-prozentige Ausgleichsquote von 2,46 Mio. Euro bei einem anerkannten Stand der Verbindlichkeiten in der Höhe von 11,54 Mio. Vorerst sei jedoch abzuwarten, ob es überhaupt zu einer Anklageerhebung kommt, meinte Scherbaum.

Kartnig ist verhaftet worden und befindet sich - wie auch ein weiterer Sturm-Funktionär- wegen des Verdachts der Abgabenhinterziehung, der Veruntreuung, der Untreue und betrügerischen Krida sowie der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen in Untersuchungshaft. Es geht um einen Betrag von mehr als 2 Mio. Euro, dessen Verbleib laut Staatsanwaltschaft ungeklärt sei. Der Betrag kam zwischen 1998 und 2005 aus dem Vermögen des SK Sturm abhanden - im gleichen Zeitraum soll Kartnig in Casinos rund 2,91 Mio. Euro verspielt haben.

Von Seiten der Casinos Austria erklärte Sprecherin Bettina Strobich auf Anfrage, nach dem Glücksspielgesetz sei man verpflichtet, die Anonymität der Gäste zu wahren. "Ganz allgemein muss man aber sicherstellen, dass sich der Gast das, was er verspielt, auch leisten kann." Kann ein Besucher das nicht, wird entweder eine Besuchsbeschränkung oder eine Sperre in den Casinos erlassen: "Etwa 800 Gäste pro Jahr werden in den zwölf Casinos gesperrt", so Strobich.

Eine Beschränkung des Spielvolumens gebe es nicht. Gebe es einen Verdacht, werde der Gast zuerst zum klärenden Gespräch und um seine Dokumente gebeten. Bei weiterem Zweifel würden Einkommensnachweise eingeholt, so die Sprecherin der Casinos Austria. "Natürlich können Fehler passieren, dass etwas nicht sofort oder zu spät entdeckt wird. Wir haben dreieinhalb Millionen Gäste pro Jahr."

Mittlerweile hat sich Kartnig in der Justizanstalt Graz-Jakomini bereits mit dem Nötigsten versorgt. Er hat sich im hauseigenen Geschäft bereits mit Kaffee, Bananen und Zucker eingedeckt, erzählte ein Mitarbeiter der Anstalt.

In Kartnigs Firma "Kartnigs Perspektiven Ankündigungs GesmbH" am Grazer Eggenberger Gürtel - die der ehemalige Sturm-Präsident zusammen mit seinem Sohn leitet - war man vorerst zu keiner Stellungnahme über die Zukunft des Unternehmens bereit.

(apa/red)

9.5.2007 13:46