Freitag, 11. Mai 2007

In der Konstrukteurs-WM muss Platz 5 her: Red Bull hält an hoch gestecktem Ziel fest

  • Horner sieht heißes Match hinter den drei Top-Teams
  • "Mateschitz sehr interessiert und leidenschaftlich"

Vor allem auf Grund des ersten echten Red-Bull-Autos von Stardesigner Adrian Newey war Red-Bull-Racing (RBR) voller Zuversicht und mit hohen Zielen in die Formel-1-WM 2007 gestartet. Nach drei Rennen stehen Mark Webber (AUS) und David Coulhard (GBR) aber noch mit leeren Händen da. Teamchef Christian Horner sprach im Interview mit der APA u.a. über die Gründe des Fehlstarts, die weiterhin ehrgeizigen Saisonziele sowie "Big Spender" Dietrich Mateschitz.

APA: Mit einer Bestzeit Ihres Schützlings David Coulthard sind die Tests in Barcelona sehr viel versprechend verlaufen. In welchen Bereichen hat RBR seit Bahrain Verbesserungen erzielt?

Horner: "Vor allem in zwei Bereichen haben wir Schritte nach vorwärts geschafft. Erstens ist das neue Getriebe sehr zuverlässig und zufrieden stellend. Zweitens haben wir die Aerodynamik im vorderen Teil des Autos verbessert."

APA: Mit null Punkten aus den ersten drei Rennen sind die Erwartungen natürlich bis dato keineswegs erfüllt worden. Alles wartet auf die große Leistungsexplosion bei Red Bull. Wann kommt sie?

Horner: "Das aktuelle Formel-1-Feld ist sehr konkurrenzfähig. Dennoch könnten wir eigentlich schon locker fünf Punkte auf dem Konto haben, zwei aus Australien und drei aus Bahrain. Ferrari, McLaren und BMW haben einen sehr starken Saisonstart hingelegt. Dahinter liefern wir uns mit Teams wie Williams oder Renault einen harten Kampf. In einigen Situationen waren wir heuer bereits die Besten hinter den Top-Drei-Teams."

APA: Ist es das Hauptziel zu BMW aufzuschließen?

Horner: "Durch unsere Verbesserungen könnten wir BMW, die im Winter sehr gut gearbeitet haben dürften, näher gekommen sein. Aber kein Team steht still. Für Kanada, Monaco und Frankreich wird es weitere Upgrades geben, das ist eine konstante Entwicklung. Gleichzeitig arbeiten wir bereits am RB4."

APA: Muss man die Saisonziele ein wenig herunterschrauben?

Horner: "Unser Ziel war und ist Platz fünf in der Konstrukteurswertung. Aber wir haben im Gegensatz zu den anderen Teams mit einem 'leeren Blatt Papier' begonnen, denn der RB3 ist keine Weiterentwicklung. Das Auto ist am 24. Jänner zum ersten Mal gefahren und seitdem wird es laufend verbessert. Und man darf nicht vergessen, dass Red Bull Racing ein unabhängiges Team ist und trotzdem Hersteller wie Honda schlägt. Wir haben die richtige Struktur, sind im dritten Formel-1-Jahr, entwickeln uns und wollen unser Potenzial entfalten."

APA: Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz beschreiben? Ist er ein echter Formel-1-Experte?

Horner: "Ich habe ein sehr gutes und offenes Verhältnis zu ihm. Herr Mateschitz ist punkto Team und Formel 1 sehr interessiert und leidenschaftlich - und will natürlich eine Weiterentwicklung seines Teams sehen. Er ist schon sehr lange mit der Formel 1 verbunden, bereits in den 80er Jahren hat er ja Gerhard Berger gesponsert. Er hat ein sehr gutes Verständnis für die Formel 1 und Menschen."

APA: Wie lautet Ihre Meinung zum neuen Testreglement, das die Möglichkeiten doch extrem einschränkt?

Horner: "Alle Teams sollten dieses Regulativ in den kommenden Wochen und Monaten noch einmal überdenken. Rookies und junge Piloten kommen dadurch zu wenig zum Zug, denn der Schwerpunkt liegt auf den Grand-Prix-Fahrern. Der Freitag war ursprünglich als Testtag gedacht und das sollte auch so bleiben. Das jetzige Reglement ist nicht Fisch und nicht Fleisch, es ist kein Training, aber auch kein Test."

(apa/red)

11.5.2007 11:04
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