Freitag, 11. Mai 2007

"Stunde der Wahrheit" schlägt in Spanien: Spannender Titelkampf geht endlich weiter

  • Barcelona: Duell zwischen McLaren- und Ferrari-Stars
  • Trotz Heimrennens: Weltmeister Alonso bleibt cool

Mit dem Europa-Auftakt in Spanien schlägt den Formel-1-Teams am Sonntag in Montmelo bei Barcelona eine Stunde der Wahrheit. Einen Monat nach dem Bahrain-Grand-Prix müssen McLaren, Ferrari und Co. die Karten wieder auf den Tisch legen. "Jetzt wird man sehen, welches Team sich am meisten verbessert hat", meinte Weltmeister Fernando Alonso, der zum dritten Mal in Folge als WM-Leader zu seinem Heimspiel gereist ist.

Der spanische Neo-McLaren-Teamleader muss sich die aktuelle WM-Führung aber gleich mit zwei Konkurrenten teilen, denn nach drei Rennen halten auch sein sensationeller Stallgefährte Lewis Hamilton sowie Kimi Räikkönen (Ferrari) bei jeweils 22 Punkten. Ebenfalls mittendrin im Kampf um die WM-Spitze befinden sich Felipe Massa (Ferrari/17) und Nick Heidfeld (BMW/15).

Die Top-Sensation der bisherigen Saison heißt Hamilton, der mit drei Podestplätzen in seinen ersten drei Rennen ein in der F1-Geschichte einzigartiges Debüt hingelegt hat. In seiner britischen Heimat wird der 22-Jährige bereits auf den Zeitungstitelseiten als kommender Weltmeister gefeiert, das lässt Hamilton jedoch kalt. "Das wirft mich nicht aus der Bahn. Ich fokussiere mich ausschließlich auf das Rennen am Sonntag."

Teamkollege Alonso ist zwar nur um drei Jahre älter, hat aber schon zwei WM-Titel auf seiner Visitenkarte stehen. Ein Heimrennen bringt den Spanier nicht mehr aus der Ruhe. "Ich verspüre keinen Stress und keine Nervosität. Außerdem sind wir ja erst am Beginn der Saison. In den letzten vier, fünf Rennen bin ich dann schon mehr angespannt." Dass er sein neues McLaren-Dienstauto bereits zu hundert Prozent ausreizen kann, will Alonso nicht behaupten: "Ich lerne bei jedem Mal fahren einiges dazu."

Schumi soll Ferrari beflügeln
Im neuen Ferrari-Motorhome ist am Wochenende auch auf Grund der Visite von "Berater" Michael Schumacher jede Menge los. Massa glaubt, dass "Schumi" ein guter Glücksbringer sein wird. "Ich bin sehr glücklich über seinen Besuch. Er wird uns einen besonderen Schub verleihen", betonte der Brasilianer. Sein Kollege Räikkönen konzentriert sich lieber aufs Rennfahren: "Wir können bestmöglich angreifen, und wir sind nach Barcelona gekommen, um zu gewinnen."

Den Zweikampf McLaren gegen Ferrari etwas stören möchte weiterhin der BMW-Deutsche Heidfeld. "Einen Ferrari oder McLaren zu überholen oder zu schlagen macht sehr viel Spaß. Ich bin mit den ersten drei Rennen zufrieden, ich hoffe, dass es so weiter geht."

Der Kurs in Katalonien präsentiert sich heuer mit einer nicht unwesentlichen Änderung, aus Sicherheitsgründen wurden die zwei abschließenden Highspeed-Kurven durch eine dazwischenliegende Schikane entschärft. Eine Neuerung, die geteilte Meinungen im Fahrerfeld hervorgerufen hat. "Wir haben zwei gute Kurven verloren. Ich mag das nicht, wenn eine Strecke nach der anderen beschnitten wird", ärgerte sich Rubens Barrichello (Honda). "Für uns Fahrer eher schlecht", urteilte auch Massa.

Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso) erwartet hingegen mehr Überholmanöver und dadurch "mehr Spektakel". Alonso verweist vor allem auf den Faktor Sicherheit: "An der Anzahl der Überholmanöver wird sich wohl nicht viel ändern, das wurde rein aus Sicherheitsgründen gemacht. Wenn es dadurch sicherer wird, sollten wir Piloten happy sein." Bei einem anderen Thema sind sich die Piloten hingegen einig: Eine Rennpause von einem Monat unter der Saison ist zu lange.

(apa/red)

11.5.2007 10:55
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