Politischer Wirbel in Spanien: Neues Rennen
in Valencia sorgt für heftige Diskussionen
- Spanische Sozialisten über Ecclestone verärgert
- Konservativer Regionspräsident freut sich über Deal

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Die Entscheidung, dass Valencia ab 2008 zumindest sieben Jahre lang einen Formel-1-Grand-Prix austragen darf, hat heftige politische Diskussionen ausgelöst. Grund dafür ist eine Aussage von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone, wonach der Deal für das Rennen im rundum erneuerten Hafengebiet von Valencia erst im Falle der Wiederwahl von Valencias Regionspräsident Francisco Camps von der "Partido Popular" (Volkspartei) schlagend werde. Die Wahlen finden noch im Mai statt.
"Der Vertrag wird sicher nicht vor Abschluss der Wahl unterschrieben, aber ich bin überzeugt, dass es klappen wird", meinte Ecclestone im Rahmen einer Pressekonferenz. Oppositionsgruppen in Valencia sowie die regierenden Sozialisten (PSOE) in Madrid haben daraufhin heftige Kritik geäußert und Camps vorgeworfen, aus dem Event politisches Kapital schlagen zu wollen.
Aufregung bei Sozialisten
"Das ist eine Beleidigung der Bürger von Valencia, die über solchen Arten von bedingungsgebundenen Angeboten stehen", meinte Inmaculada Rodriguez-Pinero von der PSOE. Die PSOE brachte eine Beanstandung bei der Wahlkommission ein und sprach von einer Verletzung der Wahlrichtlinien. "Bisher habe ich Formel-1-Rennen immer im Fernsehen gesehen, und jetzt haben wir eines hier in der Stadt", freute sich hingegen Camps, dessen Karten für eine Wiederwahl sehr gut stehen dürften.
Das Rennen soll im Finish der Saison als Europa-Grand-Prix auf einem neuen, 4,1 bis 4,3 km langen Kurs ausgetragen werden, der dem in Monaco ähnlich sein dürfte. Als Architekt des Kurses wird der Deutsche Hermann Tilke fungieren.
Zwei Rennen in Spanien
Laut spanischen Medienberichten bestand Ecclestone auf einen Stadtkurs, obwohl nahe Valencia die "Ricardo-Tormo"-Strecke liegt, auf der Formel-1-Testfahrten sowie Motorrad-WM-Rennen ausgetragen werden. Mit Valencia und Montmelo bei Barcelona (Vertrag bis 2011) ist Spanien nun im WM-Kalender doppelt vertreten.
Eine Tatsache, die eigentlich entgegen der ursprünglichen Ecclestone-Pläne ist. Denn eigentlich sollte es pro Land nur noch ein Rennen geben. So wurde Imola, bis dato Austragungsgort des San-Marino-GP, aus dem Kalender geworfen und in Deutschland kommen der Nürburgring und Hockenheim nur noch alternierend zum Zug.
Viel Geld im Spiel
Valencias Wille, pro Rennen angeblich rund 26 Millionen Euro investieren zu wollen, sowie der Formel-1-Boom im Land von Doppelweltmeister Fernando Alonso könnten Ecclestone die Entscheidung erleichtert haben. Der Europa-Grand-Prix war seit 1999 auf dem Nürburgring ausgetragen worden. Auch Brands Hatch, Donington Park und Jerez waren zuvor Schauplätze dieses Rennens gewesen.
(apa/red)
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