Mittwoch, 9. Mai 2007

Dritte Gewaltnacht in Folge: Abgeschwächte
Proteste gegen neuen Präsidenten Sarkozy

  • Mehrere Randalierer von Polizei festgenommen
  • Ausschreitungen in Paris, sowie Toulouse und Lyon

Überwiegend linksextreme Jugendliche haben in Frankreich den dritten Abend in Folge gegen die Wahl des Konservativen Nicolas Sarkozy zum Präsidenten protestiert. Dabei kam es in der Nacht zwar erneut zu Ausschreitungen, die Zahl der Demonstranten und der Vorfälle ging jedoch weiter spürbar zurück.

In Paris zerstreute die Polizei eine Gruppe von 150 Demonstranten, die den Bastille-Platz blockieren wollten. In Lyon gingen Ordnungshüter in der Innenstadt gegen etwa 200 Randalierer vor. Nach Polizeiangaben steckten Sarkozy-Gegner ein Büro der Regierungspartei UMP in Villeurbanne bei Lyon in Brand. Mehrere Personen wurden vorübergehend festgenommen. Jugendliche prangerten den Ex-Innenminister erneut als "Faschisten" an.

Hohe Wellen schlug in der französischen Presse der mehrtägige Segeltörn des künftigen Präsidenten auf einer Luxusyacht des Milliardärs Vincent Bollore im Mittelmeer. Sarkozy gebe sich ungezügelt dem großen Luxus hin, "nach der Art eines Neureichen, der im Lotto gewonnen hat", schrieb die Zeitung "La Depeche du Midi" ironisch. "Er wird unser erster amerikanischer Präsident", meinte "L'Independent du Midi". Sarkozy sei eben ein großer Bewunderer des Landes, "wo man Geld und Luxus als Zeichen des Erfolges ausstellt". Auch die sozialistische Opposition hatte den Segeltörn kritisiert.
(apa/red)

9.5.2007 10:51