Gerangel um Posten unter Sarkozy: Fillon
als möglicher Premierminister gehandelt
- Ex-Innenminister will umgehend Regierung bilden
- Kurze Vorstellung der Kandidaten für Spitzenposten
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Die wichtigsten Punkte des Wahlprogramms
Nach dem Sieg von Nicolas Sarkozy bei der Präsidentschaftwahl rangeln Frankreichs Konservative um Posten in der Regierung. Sarkozy will sein Amt am 16. Mai antreten und umgehend eine Regierung aus 15 Ministern bilden. Die Nachrichtenagentur AFP stellt Kandidaten für die Spitzenposten kurz vor:
Francois FILLON gilt als wahrscheinlichster Premierminister. Der 53-Jährige war schon nach dem UMP-Wahlsieg 2002 als Premier gehandelt worden. Stattdessen war er bis zum März 2004 relativ erfolgreich Sozialminister, machte dann aber als Chef des Bildungsressorts Beobachtern zufolge eine eher unglückliche Figur. Nach der Ablehnung der EU-Verfassung 2005 musste er die Regierung verlassen. Er ergriff umgehend Partei für Sarkozy. Der Sarkozy-Getreue Brice HORTEFEUX (48), der als Chef des Innenressorts gehandelt wird, nennt Fillon bereits "Herr Premierminister".
Jean-Louis BORLOO hätten Umfragen zufolge 34 bis 38 Prozent der Franzosen am liebsten als Premierminister unter Sarkozy. Der 56-Jährige kam ursprünglich aus der Zentrumspartei UDF. Borloo ist als Arbeits- und Sozialminister eine Art soziales Gewissen der amtierenden Regierung unter Dominique de Villepin. Jüngsten Medienberichten zufolge dürfte er eher ein wichtiges Ressort übernehmen, etwa als "Superminister" für Wirtschaft und Arbeit.
Michele ALLIOT-MARIE, die selbst Ambitionen auf den Premiersposten hat, wird inzwischen als mögliche Außen- oder Innenministerin gehandelt. Die 60-Jährige ist seit 2002 Frankreichs erste Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Davor war sie die letzte Vorsitzende der RPR-Partei von Jacques Chirac, die 2002 in der UMP aufging.
Ob Ex-Premierminister Alain JUPPE der ersten Regierung unter Sarkozy angehören wird, ist unsicher. Der 61-Jährige gilt als weiterer Anwärter auf den prestigeträchtigen Posten des Außenministers, den er bereits von 1993 bis 1995 bekleidet hatte, ist aber auch als Finanzminister oder möglicher Präsident der Nationalversammlung nach der Parlamentswahl im Juni im Gespräch. Medienberichten zufolge sucht Juppe ein Sprungbrett, um 2009 nach Brüssel in die EU-Kommission zu wechseln - am liebsten als deren Präsident.
Sarkozy hat versprochen, in seine Regierung ebenso viele Frauen wie Männer zu entsenden. Erwartet wird unter anderem, dass seine Wahlkampfsprecherin Rachida DATI (41) das von Sarkozy geplante "Ministerium für Einwanderung und nationale Identität" übernimmt. Auch UMP-Sprecherin Valerie PECRESSE (39) dürfte dem Kabinett angehören, ebenso wie Ex-Umweltministerin Roselyne BACHELOT (60). Als männliche Kandidaten gelten unter anderem Interims-Innenminister Francois Baroin (41) und Mittelstandsminister Renaud DUTREIL (46).
Von außerhalb der UMP könnte Sarkozy Medienberichten zufolge unter anderem die Chefin des Atomkonzerns Areva, Anne LAUVERGEON (47), berufen. Als Kandidaten gelten auch der von Sarkozy sehr geschätzte liberale Abgeordnete Christian BLANC (64), ein früherer Air-France-Chef. Der von den Sozialisten ins Sarkozy-Lager übergelaufene Finanzexperte Eric BESSON (49) wird als Staatssekretär gehandelt.
(apa/red)
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