Donnerstag, 10. Mai 2007

Die Wahl des Blair-Nachfolgers

  • Mehrwöchiges Verfahren
  • Gordon Brown gilt als Favorit

Der britische Finanzminister Gordon Brown gilt als Favorit für die Nachfolge von Tony Blair an der Spitze von Regierung und Labour-Partei. Im folgenden ein Überblick über das mehrwöchige Verfahren, in dem die Partei ihre Entscheidung fällt.

WOCHE EINS

- Nach Blairs Rücktritt als Labour-Chef kommt der Parteivorstand binnen drei Tagen zusammen. Er entscheidet über den Starttermin des Verfahrens.

- Bewerber brauchen die Unterstützung von 45 Abgeordneten, die sie innerhalb von drei Sitzungstagen des Parlaments zusammenbekommen müssen. Ihre eigene Stimme kann mitzählen.

- Es wird eine Liste der Kandidaten erstellt.

- Dasselbe Verfahren gilt für den Vize des Parteichefs. Es wird erwartet, dass auch dieser Posten neu besetzt wird.

WOCHE ZWEI BIS VIER

- Die Kandidaten sammeln die Unterstützung von Abgeordneten, Gewerkschaftsvertretern sowie Gruppen an der Parteibasis. Dies gibt einen ersten Eindruck, wie groß ihre Anhängerschaft ist.

- Gewerkschaftsführer sprechen Empfehlungen aus.

- Die Kandidaten stellen sich bei Parteikonferenzen vor. Davon wird es voraussichtlich fünf geben: je eine in Schottland und Wales sowie drei in England.

WOCHE FÜNF UND SECHS

- Die Parteibasis entscheidet in einer Urwahl. Die Stimmzettel werden mit der Post verschickt.

- Die Wahlberechtigten setzen sich aus drei Gruppen zusammen: aus den 352 Parlamentsabgeordnetem und 19 europäischen Abgeordneten Labours, rund 200.000 Parteimitgliedern sowie etwa 3,2 Millionen Mitgliedern von Gewerkschaften, als deren Interessensvertretung sich Labour versteht.

- Sollte Brown einziger Kandidat sein, fällt die Urwahl aus.

WOCHE SIEBEN

- Labour beruft ein Konferenz von Vertretern aller drei wahlberechtigten Gruppen ein. Sie erklären den Sieger, der mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten haben muss.

- Sollte kein Kandidat eine Mehrheit haben, gibt es weitere Wahlgänge.

(apa/red)

10.5.2007 13:43