Donnerstag, 10. Mai 2007

Labour-Chef & Premierminister Tony Blair: Ein Charismatiker mit angekratztem Image

  • Aufstieg vorwiegend mit Charme und Enthusiasmus
  • Durch Irak-Krieg büßte 54-Jähriger an Popularität ein

Egal ob in einer Rede vor Wählern oder vor der Fernsehkamera - Tony Blair (54) macht meistens eine gute Figur. Auch nach zehn Jahren an der Macht spricht ihm niemand Charisma und Überzeugungskraft ab. Doch spätestens, seitdem er britische Truppen in den Irak-Krieg schickte, hat seine Popularität erheblich gelitten.

Sein jugendlicher Charme und sein Enthusiasmus hatten großen Anteil am Aufstieg Tony Blairs, der am 6. Mai 1953 als Sohn eines konservativen Rechtsanwaltes im schottischen Edinburgh geboren wurde. Seine erstklassige Ausbildung bekam er auf einer exklusiven Privatschule und später als Jusstudent in Oxford. Schon früh bewies Blair schauspielerisches Talent. Gern inszenierte er sich auf der Bühne - unter anderem als Frontmann und Gitarrist der Studentenband "Ugly Rumours" (Hässliche Gerüchte).

In die Labour-Partei trat Blair erst nach dem Universitätsabschluss Mitte der 70er Jahre ein. Zu jener Zeit lernte er auch seine spätere Frau Cherie Booth kennen, mit der er vier Kinder hat. Über Cherie, eine gefragte Anwältin, sagt er: "Sie ist der Fels, auf den mein Leben gebaut ist."

Viele in seiner Partei, vor allem die Altlinken, mochten ihn jedoch nie. Als er 1994 Labour-Chef wurde, öffnete er die Partei für Wähler der Mitte, "New Labour" war geboren. So gewann er 1997 die Unterhauswahl und wurde der jüngste Premierminister seit 1812.

Nach drei Wahlsiegen sind die Briten Tony Blairs nun überdrüssig. Als "Schoßhund Bushs" verspotteten sie ihn nach dem Irak-Krieg. Und auch mit seinem Rückzug auf Raten machte er sich keine Freunde. (apa/red)

10.5.2007 14:47