Freitag, 11. Mai 2007

Keine Spur zu Madeleine: Portugisische Polizei gibt Suche nach dem Mädchen auf!

  • Ermittlungen zum Fall laufen unter Hochdruck weiter
  • Britisches Mädchen wurde im Urlaub gekidnappt

Mehr als eine Woche nach ihrer mutmaßlichen Entführung aus einer Ferienanlage hat die portugiesische Polizei die Suche nach der kleinen Madeleine eingestellt. Die Fahndung vor Ort sei zurückgeschraubt worden, teilte ein Sprecher mit. Nach seinen Angaben brachte sie zunächst keinerlei Ergebnisse. Die Ermittlungen würden aber mit Hochdruck fortgesetzt. Nach seinen Angaben geht die Polizei weiter von einer Entführung des kleinen britischen Mädchens aus, das bald vier Jahre alt wird.

Nach Informationen der Zeitung "Correiro da Manha" verhörten die Ermittler zwei Verdächtige, die in die mutmaßliche Entführung des Mädchens verwickelt sein sollen. Die Polizei bestätigte den Bericht zunächst nicht. Laut "Diario de Noticias" untersuchen die Ermittler zudem, ob die Entführer Komplizen innerhalb der Ferienanlage hatten.

Maddie McCann war aus der Ferienwohnung ihrer Familie an der Algarve-Küste verschwunden, während die Eltern Gerry und Kate in einem nur wenige Meter entfernten Restaurant zu Abend aßen. Ihre zweijährigen Geschwister Sean und Amelie fanden die Eltern friedlich schlafend in ihren Betten vor. Ein Angestellter des Restaurants widersprach inzwischen aber der Version der Eltern, wonach sie alle halbe Stunde nach ihren Kindern geschaut hätten, wie "Diario de Noticias" berichtete. Die Eltern des kleinen Mädchens wurden über mehrere Stunden vernommen. Nach Angaben der Polizei gelten sie jedoch nicht als "Verdächtige".

Die portugiesischen Medien hatten von einer ersten konkreten Spur der Polizei berichtet: Überwachungskameras an einer Tankstelle unweit der Ferienanlage hielten demnach ein Paar in einem Wagen mit britischem Kennzeichen fest, das sich nach Angaben von Mitarbeitern verdächtig verhalten haben soll. Sie hätten ein kleines, unglücklich wirkendes Mädchen bei sich gehabt, berichtete der "Mirror". Die Polizei wollte die Berichte unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bestätigen. Ebenfalls unbestätigt blieben Informationen, wonach die Ermittler inzwischen davon ausgehen, dass Maddie Opfer eines internationalen Pädophilen- oder Adoptionsrings wurde.

In der Kapelle der Ferienanlage von Praia da Luz beteten rund 200 Dorfbewohner und Urlauber für das vermisste kleine Mädchen. An dem Gottesdienst nahm auch Maddies Mutter Kate teil, während ihr Vater bei den Zwillingen blieb. Laut "The Sun" hielt sie sich verzweifelt an Maddies Lieblingsplüschtier, einer "Schmusekatze", fest. Maddies Großeltern Susan und Brian Healy nahmen an einem Gottesdienst in Formby, Merseyside, unter Leitung des Priesters teil, der Maddie getauft hatte. Für Freitag ist laut BBC eine weitere Mahnwache in Glasgow, der Heimatstadt ihres Vaters, geplant.

Ein britischer Geschäftsmann erklärte sich unterdessen zur Zahlung von einer Million Pfund (1,46 Millionen Euro) für Hinweise bereit, die zur Befreiung des kleinen Mädchens führen. Er hoffe, die Familie und die Polizei nähmen sein Angebot an, sagte Stephen Winyard, Besitzer eines schottischen Kurzentrums, der Londoner "Times". Er sei selbst Vater dreier Kinder im Alter zwischen acht und 15 Jahren und habe die Fotos von den verzweifelten Eltern kaum ertragen, sagte Winyard weiter. Da niemand anderes Geld angeboten habe, sei er schließlich auf die Idee gekommen, es selbst zu tun.

(apa/red)

11.5.2007 15:45