Sonntag, 13. Mai 2007

Mittel gegen militante Palästinenser: Israel beschließt Verstärkung "gezielter Tötungen"

  • Minister Ben Eliezer: "Das wird Schäden begrenzen"
  • Mehrere Tote bei innerpalästinensischen Gefechten

Israel will verstärkt mit den so genannten "gezielten Tötungen" gegen militante Palästinenser vorgehen. Einen entsprechenden Beschluss fasste das israelische Sicherheitskabinett während einer Sitzung zur Sicherheitslage im Gaza-Streifen, wie Infrastrukturminister Benjamin Ben Elieser im Armeeradio mitteilte.

"Es wurde beschlossen, dass es vermehrt Tötungsschüsse gegen die Terroristen geben wird, und ich denke, das wird die Schäden (durch palästinensischen Raketenbeschuss auf Israel) begrenzen", sagte Ben Elieser. Das Armeeradio berichtete unter Berufung auf weitere Minister, die israelische Regierung wolle möglichst einen Einsatz von Bodentruppen vermeiden.

Sozialminister Yitzhak Herzog sagte im israelischen Fernsehen, das Sicherheitskabinett habe sich mehrere Stunden lang mit der Sicherheitslage im Gaza-Streifen und mit deren Auswirkungen auf den ägyptischen Sinai und das Westjordanland befasst. Das Kabinett wolle den Raketenbeschuss vom Gazastreifen auf Israel verhindern sowie den Waffenschmuggel aus dem Sinai, sagte Herzog. Nach israelischen Angaben feuerten Palästinenser etwa ein Dutzend Raketen vom Gazastreifen auf Israel. Seit Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens Ende November seien es 270 Raketen gewesen.

Eben im Gaza-Streifen ist es erneut zu innerpalästinensischer Gewalt gekommen. Zwei Mitglieder der zur Fatah gehörenden Al-Aksa-Brigaden seien getötet worden, darunter ein ranghoher Kommandant, sagte ein Vertreter der Miliz. Er beschuldigte die Kassam-Brigaden der rivalisierenden Hamas der Tat. "Das ist der Punkt, an dem keine Rückkehr mehr möglich ist", sagte er. Die Täter hätten die Männer im Norden des Gaza-Sreifens im Auto erschossen. Die Kassam-Brigaden wiesen die Vorwürfe zurück.

Vor einer Moschee in Gaza-Stadt erschossen Rettungskräften zufolge Unbekannte zwei Männer und verwundeten neun weitere Menschen. Die Identität der Toten war zunächst unklar. Die Hamas machte Anhänger der Fatah für den Vorfall verantwortlich. Bewaffnete beider Gruppen durchkämmten den Gazastreifen und errichteten auf den Straßen provisorische Kontrollpunkte.

Es waren die schwersten internen Kämpfe in Gaza seit einem Waffenstillstandsabkommen im Februar. Im März hatten sich Hamas und Fatah auf eine Regierungskoalition geeinigt, um die Gewalt zwischen den beiden Gruppen zu stoppen. (apa/red)

13.5.2007 21:09