Sonntag, 13. Mai 2007

Anschlag auf großes Mao-Porträt in Peking: Arbeitsloser warf Brandsatz auf Ehrenbild

  • Arbeitsloser aus Nordwestchina festgenommen
  • Paradeplatz Tiananmen in der Hauptstadt abgeriegelt

Auf das große Porträt von Mao Zedong (Tse Tung) auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking ist ein Brandanschlag verübt worden. Ein arbeitsloser Mann aus der Region Xinjiang in Nordwestchina habe am Vortag einen Brandsatz auf das Porträt geworfen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Der 35-Jährige wurde festgenommen. Das drei mal sechs Meter große Bild des "ewigen Revolutionärs" hängt über dem Eingang zum Kaiserpalast. "Es hat an der linken unteren Ecke kurz gebrannt", berichtete ein Augenzeuge. Das Bild, an dem ein Brandfleck entstand, wurde noch in der Nacht ausgewechselt. Das Motiv des Anschlags war unklar.

Der Täter sei erst wenige Stunden vor dem Anschlag aus Ürümqi in Peking eingetroffen, schrieb die Staatsagentur. Der Mann sei 2006 psychiatrisch behandelt worden. Polizeieinheiten hätten den Eingang in die Verbotene Stadt, durch den täglich die Touristen strömen, sofort abgeriegelt. Touristen berichteten, Kameras seien beschlagnahmt worden. Der Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) wurde vorübergehend gesperrt.

Der festgenommene Gu Haiou stammt laut Xinhua aus Ürümqi, der Hauptstadt der Unruheregion Xinjiang. Nach der Staatsgründung, die Mao Zedong am 1. Oktober 1949 genau auf dem Tor ausgerufen hatte, wo heute sein Porträt hängt, hatte sich China die Region einverleibt. Die muslimischen Uiguren in Xinjiang wehren sich bis heute gegen die chinesische Fremdherrschaft. Genau vor 18 Jahren hatte der chinesische Journalist Yu Dongyue im Mai 1989 während der später blutig niedergeschlagenen Demokratiebewegung das Porträt mit Farbeiern beworfen. Er saß dafür mehr als 16 Jahre im Gefängnis. Geistig verwirrt kam er erst 2006 wieder auf freien Fuß. (APA/red)

13.5.2007 13:27