Freitag, 11. Mai 2007

Anschläge in naher Zukunft? US-Sender warnen vor Terroranschlägen in Deutschland

  • Bericht über erhöhte Gefahr. Ministerium: Alles OK
  • Behörden: Keine Informationen über neue Bedrohung

Deutsche und US-Behörden haben einem Medienbericht widersprochen, wonach es eine neue unmittelbare Anschlaggefahr für Bürger oder Einrichtungen der Vereinigten Staaten in der Bundesrepublik geben soll. "Es gibt nichts Neues", teilte ein Sprecher des deutschen Innenministeriums mit. US-Behörden erklärten zeitgleich, ihnen lägen keine Informationen für einen neue Bedrohung in Deutschland vor.

Der US-Sender ABC News hatte zuvor unter Berufung auf deutsche und amerikanische Behörden berichtet, es gebe fortgeschrittene Pläne von Extremisten für einen Angriff auf US-Soldaten oder Touristen in Deutschland. "Die Information, der die Drohung zu Grunde liegt, ist sehr real", zitierte der Sender einen ranghohen US-Behördenvertreter.

Deutschlands Innenminister Wolfgang Schäuble sagte ABC, das Gefährdungsniveau sei hoch. Deutschland sei Teil der globalen Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus. Zuvor hatte der CDU-Politiker bereits mit Blick auf den anstehenden G-8-Gipfel in Heiligendamm gesagt, die Bedrohungslage sei ernst.

Die US-Sender CNN und ABC hatten berichtet, in Deutschland seien Pläne für Anschläge aufgedeckt worden. Der Sender ABC meldete, besondere "Besorgnis" gelte dem Hauptquartier des US-Europakommandos in Stuttgart, die Patch-Barracks. Die Planungen befanden sich nach den Angaben der US- Sender in einem fortgeschrittenen Stadium. Bei den Verschwörern handle es sich um Mitglieder eines Ablegers des Terrornetzwerkes Al-Kaida. Die mutmaßlichen Attentäter hätten mit Bomben und Handfeuerwaffen angreifen wollen. Es lägen Berichte vor, wonach mutmaßliche Terroristen die Anlage ausgekundschaftet hätten.

Warnung an US-Bürger in Deutschland
"Es handelt sich um den längst bekannten Sachverhalt, der die amerikanischen Behörden dazu veranlasst hatte, eine Warnung an die eigenen Staatsangehörigen zu veröffentlichen", erklärte das deutsche Innenministerium nach Veröffentlichung des ABC-Berichts. Im April hatte die US-Botschaft in Berlin ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und allen Amerikanern in Deutschland empfohlen, wachsamer zu sein. In Sicherheitskreisen hieß es damals, Grundlage der Warnung seien nachrichtendienstliche Hinweise.

Auch ein US-Beamter in Washington sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, es handele sich nicht um eine neue Bedrohung. Sondern es bestehe ein Zusammenhang mit den Sicherheitswarnungen, die im Vormonat ausgegeben worden seien. "Es ist nichts Neues. Es gibt keine genauen Hinweise auf das Ziel und den Zeitpunkt", sagte der Beamte.

Mehrere Zeitungen berichteten, es werde ein Anschlag irakischer Terroristen auf US-Bürger oder amerikanische Einrichtungen in Deutschland befürchtet. Die Generalbundesanwaltschaft habe nach der Warnung der US-Botschaft ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, erklärte das deutsche Innenministerium. Details dazu wurden nicht genannt.

(apa/red)

11.5.2007 20:21