Freitag, 11. Mai 2007

Soldatenrevolte in Guinea: Ausbleibende Solderhöhung bringt Armeeangehörige auf

  • Straßen blockiert und Gewehrschüsse abgefeuert

Um eine Solderhöhung geprellte Soldaten haben im westafrikanischen Guinea eine Revolte angezettelt. Mit Maschinengewehren bewaffnete Truppen versperrten unter anderem die Hauptverkehrsader in die Stadt Kindia, die 135 Kilometer östlich von der Hauptstadt Conakry liegt. Aus einer anderen Stadt waren Gewehrschüsse zu hören. Im Süden des Landes blockierten Soldaten ebenfalls die Straßen und hielten eine komplette Stadt als Geisel.

Die Unruhen hatten in Conakry begonnen. Jungen Offizieren war mitgeteilt worden, dass lediglich Soldaten mit mindestens 14-jähriger Armeezugehörigkeit mehr Sold gezahlt werde. Die Revolte breitete sich dann vom Stützpunkt über das ganze Land aus. Augenzeugen beschrieben die Soldaten als aggressiv, berichteten von Plünderungen und Schüssen.

Die politische Lage in dem Land hatte sich erst vor wenigen Wochen einigermaßen beruhigt, nachdem dem vom neuen Ministerpräsidenten Lansana Kouyate ernannten Kabinett kein einziger Minister der Regierung von Präsident Lansana Conté mehr angehörte.

Conté hatte 1984 mit einem Putsch die Macht in Guinea übernommen. Der Staatschef hatte sich Mitte Februar nach Streiks und gewaltsamen Unruhen bereit erklärt, das Recht zur Ernennung einer Regierung dem Ministerpräsidenten zu übergeben. Auf diesen Posten hatte er Kouyate berufen, der bisher vor allem für internationale Organisationen arbeitete. Die Opposition reagierte auf die Ernennung der Regierung vorsichtig optimistisch. Bei den Unruhen waren zuvor mehr als hunderte Menschen ums Leben gekommen.

(apa/red)

11.5.2007 18:43