Estnischer Außenminister Paet: "Tallinn-Ausschreitungen von Moskau aus gesteuert"
- Urmas Paet: "Russland will Estland destabilisieren"
- Kritik von Gerhard Schröder kam nicht unerwartet
·Botschafterin in Moskau angegriffen
Anti-estnische Proteste wegen Sowjet-Denkmal
·Esten haben Russen-Denkmal nun versetzt
Demontage zog massive Proteste Moskaus mit sich
·Ausschreitungen um Denkmal in Estland
Regierung bemüht sich um Entspannung der Lage
·100 Verletzte bei Krawallen in Estland
Polizei greift hart durch: Moskau zeigt sich empört
Der estnische Außenminister Urmas Paet hat Russland vorgeworfen, die Ausschreitungen im Streit um die Verlegung eines Sowjetdenkmals in der estnischen Hauptstadt Tallinn mit Hilfe von Provokateuren gesteuert zu haben. "Es gab nachweisbar Kontakte und Treffen von russischen Botschaftsangestellten in Tallinn mit Personen, die für die Proteste und Ausschreitungen verantwortlich sind", sagte Paet der "Berliner Zeitung".
"Russland versucht Estland zu destabilisieren", fügte Paet hinzu. Wenn eine russische Parlamentsdelegation ihren Besuch in Tallinn mit der Forderung nach einem Rücktritt der estnischen Regierung beginne, dann sage dies viel aus über die langfristigen Ziele Russlands.
Zur Kritik des deutschen Altbundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) an der Umsetzung des Kriegerdenkmals sagte der Außenminister, sie sei nicht unerwartet gewesen. Nach Schröders Wechsel zum russischen Gaskonzern Gazprom habe man in Estland "keine großen Illusionen, was Herrn Schröder betrifft". Schröder sei "seinen neuen Meistern gegenüber loyal", fügte Paet hinzu. Nach der Verlegung der Statue Ende April war es zu nächtelangen Krawallen in Tallinn gekommen, bei denen ein junger Russe getötet und mindestens 150 Menschen verletzt wurden. Für viele Bürger der Baltenrepublik symbolisiert das Denkmal die fast 50-jährige sowjetische Besatzungszeit, für die meisten Russen ist es ein Symbol für die Befreiung von Nazi-Deutschland.
(apa/red)
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