Mittwoch, 9. Mai 2007

21 Tote nach Luft-Angriff in Afghanistan: Alle Opfer Zivilisten, auch Frauen und Kinder

  • Flugzeuge 'ausländischer Truppen' hätten bombardiert

Bei einem Luftangriff zur Unterstützung einer US-Spezialeinheit sind im Süden Afghanistans mindestens 21 Zivilpersonen getötet worden, wie der Gouverneur der Provinz Helmand berichtete. Taliban-Kämpfer hätten bei Gefechten im Bezirk Sangin in Häusern von Bewohnern Zuflucht gesucht, sagte Gouverneur Assadullah Wafa. Unter den Toten des Luftangriffs seien auch Frauen und Kinder. Ein US-Militärsprecher, Major William Mitchell, erklärte, ihm lägen keine Berichte über zivile Opfer vor. Es sei aber eine "bedeutende" Anzahl feindlicher Kämpfer getötet worden.

Helmand liegt im Süden Afghanistans und gilt als Hochburg der radikal-islamischen Taliban, die von den NATO-Truppen bekämpft werden. Die NATO erklärte, sie habe mit einem Einsatz in dem genannten Gebiet nichts zu tun gehabt. In der Nacht sei allerdings ein Soldat einer US-geführten Einheit in Sangin getötet worden. Seit Jahresbeginn sind in Afghanistan damit 48 Soldaten der NATO- und Koalitionstruppen ums Leben gekommen.

Ein Bewohner des betroffenen Gebiets sagte, fünf Häuser seien in dem Dorf Soro bei dem Luftangriff zerstört worden. Dabei seien 38 Menschen getötet und mehr als 20 verletzt worden. Der Bezirk Sangin ist auch eines der Zentren der Opium-Produktion in Afghanistan.

Die US-Truppen hatten sich eben erst dafür entschuldigt, dass Marineinfanteristen im März bei einem Einsatz 19 Zivilisten getötet und 50 verwundet hatten. Die betroffenen Familien bekommen eine Entschädigung. Die Soldaten hatten wahllos um sich geschossen, nachdem neben ihrem Konvoi eine Bombe explodiert war. (apa/red)

9.5.2007 14:17