Dienstag, 8. Mai 2007

Verheerender Bombenanschlag im Irak:
45 Tote bei Explosion in Schiiten-Stadt Kufa

  • Attentäter sprengt Fahrzeug in belebtem Marktviertel
  • Lehrerehepaar vor den Augen der Schüler ermordet

Bei einem Selbstmordanschlag in der irakischen Stadt Kufa sind 45 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden mehr als 80 weitere Menschen verletzt, als der Attentäter sein mit Glas beladenes Fahrzeug in einem Marktviertel der vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadt in die Luft sprengte.

Kufa liegt etwa 170 Kilometer südlich von Bagdad und ist eine Hochburg der Anhänger des radikalen Schiiten-Führers Muktada al-Sadr. In der schiitischen Pilgerstadt Kerbela hatten Terroristen in den vergangenen Wochen zwei schwere Anschläge auf Zivilisten verübt.

Die Nachrichtenagentur Aswat al-Iraq (Stimme des Irak) berichtete, in der Provinz Diyala habe ein Selbstmordattentäter vor einer Polizeistation einen Sprengstoffgürtel gezündet. Er riss nach Polizeiangaben drei Polizisten mit in den Tod. Elf weitere Menschen wurden bei dem Anschlag in der Ortschaft Jalawla verletzt.

Lehrerehepaar vor den Augen der Schüler ermordet
Laut Aswat al-Iraq ermordeten Extremisten in einer Grundschule in Diyala ein Lehrerehepaar vor den Augen der Schüler und des Kollegiums. Wie die Agentur unter Berufung auf die Polizei meldete, drangen die Mörder in die Grundschule in Khalis ein, fesselten beide Lehrer und erschossen sie.

Nach Informationen der Agentur fand die Polizei innerhalb von 24 Stunden erneut 30 Leichen von Mordopfern in Bagdad. Damit hat die Gewalt religiöser Fanatiker und krimineller Banden in der Hauptstadt bereits wieder das gleiche Ausmaß erreicht wie vor der Umsetzung des neuen Bagdad-Sicherheitsplans der irakischen und amerikanischen Armee vor knapp drei Monaten.

(apa/red)

8.5.2007 15:13