Montag, 7. Mai 2007

Erschreckender UNICEF-Bericht: Noch 2,6
Mrd. Menschen weltweit ohne Wasser-Klo

  • 980 Mio. Kinder durch mangelnde Hygiene gefährdet
  • Moderne Toiletten könnten Todesopfer verhindern

Fast jeder zweite Erdenbürger lebt auch heute noch ohne Toilette mit Wasserspülung. Das UN-Kinderhilfswerk bezifferte die Zahl der Menschen, die auf infektionsträchtige Alternativen angewiesen sind, auf 2,6 Milliarden. Gefährdet durch die mangelnde Hygiene seien vor allem die 980 Millionen Kinder unter ihnen, beklagte UNICEF in New York.

"Jedes Jahr sterben geschätzt mehr als 1,5 Millionen Kinder im Alter unter fünf Jahren durch infizierte Toiletten, mangelnde Hygiene und unsauberes Wasser", sagte UNICEF-Direktorin Ann Veneman. Das Kinderhilfswerk geht davon aus, dass modernere Toiletten die Zahl der kindlichen Todesopfer durch Durchfall um ein Drittel reduzieren könnten. Wenn alle Kinder weltweit außerdem fließend Wasser zum Händewaschen hätten, würde die Zahl dieser Toten unter fünf sogar um zwei Drittel sinken.

Die Vereinten Nationen wollen im Oktober das Internationale Jahr der Hygiene ausrufen. Bei einem Treffen am UN-Hauptsitz berieten Experten aus aller Welt über das Programm und die Zielsetzung dieses Gedenkjahres. Zwar hatten etwa eine Milliarde Menschen in den letzten 14 Jahren Zugang zu wassergespülten Toiletten erhalten. Dennoch sei das Millenniumsziel, die Zahl der Erdenbürger mit Wasserklo (vom Jahr 2000) bis 2015 zu verdoppeln, noch in weiter Ferne. (apa/red)

7.5.2007 22:43