Rufe nach israelischem Militäreinsatz in Gaza: Raketenangriffe durch Palästinenser
- Rakete neben Kindergarten in Sderot eingeschlagen
- Steinmeier beginnt Gespräche in Israel bei Olmert
In Israel mehren sich angesichts anhaltender Raketenangriffe durch militante Palästinenser aus dem Gazastreifen die Forderungen nach einem neuen Militäreinsatz in dem Autonomiegebiet. Kürzlich schlug neben einem Kindergarten in der Grenzstadt Sderot erneut eine Kassam-Rakete ein. Verletzt wurde niemand, mehrere Einwohner erlitten einen Schock.
Die Armee drängt den israelischen Ministerpräsidenten Olmert angesichts der fast täglichen Angriffe zu einem militärischen Vorgehen gegen die militanten Palästinenser. "Man kann diesen Beschuss nicht tatenlos akzeptieren", sagte ein ranghoher Militär dem israelischen Rundfunk am Montag. Die Regierung hindere die Armee daran, auf die Angriffe zu reagieren.
Olmert hatte sich mit Palästinenserpräsident Abbas Ende November auf eine Waffenruhe im Gazastreifen geeinigt. Militante Palästinenser haben jedoch seitdem nach Angaben der Armee mehr als 270 Kassam- Raketen in das israelische Grenzgebiet gefeuert. Im Grenzbereich erschossen israelische Soldaten in dem Zeitraum mehrere Palästinenser.
Kürzlich traf der EU-Vorsitzende Steinmeier Israels Ministerpräsidenten Olmert. Anschließend will er mit Außenministerin Livni sprechen. Dabei dürfte es neben dem israelisch- palästinensischen Konflikt auch um die Entwicklung in der derzeitigen Regierungskrise in Israel gehen. Livni hatte Olmert vorige Woche wegen der heftigen Kritik an dessen Fehlverhalten im Libanon-Krieg 2006 offen zum Rücktritt aufgefordert. Nach einem Treffen der beiden Kadima-Politiker scheint die Krise aber vorerst entschärft. Olmert und Liwni einigten sich trotz der Kritik auf eine weitere Zusammenarbeit.
(apa/red)
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