Dienstag, 8. Mai 2007

Fällt Eurofighter durch? Darabos glaubt
nicht an Bestehen der Jets bei Güteprüfung

  • Minister rechnet vor allem mit Problemen bei Lizenzen
  • Prüfung führen Techniker des Bundesheeres durch

Verteidigungsminister Norbert Darabos hat prophezeit, dass die erste Eurofighter-Güteprüfung nächste Woche negativ ausgehen wird. Demnach erwarte er bei der bevorstehenden Abnahmeprüfung des ersten Fliegers im Eurofighter-Werk in Manching Probleme bei den Lizenzen und "in der Tranchenfrage". Dies würde bedeuten, dass der erste Eurofighter nicht vor Ende Mai in Österreich eintrifft. Darabos macht auch klar, er werde keinen Flieger übernehmen, der nicht fertig sei.

Diese Aussage sorgte bei der ÖVP und der BZÖ-Fraktion für Verwunderung. Auch die Weigerung von Darabos, die Namen der Beamten, die die Abnahme durchführen werden, zu nennen, erstaunte einige Abgeordnete. Details zu den Mängeln, die zum negativen Ausgang der Prüfung führen werde, wollte Darabos nicht angeben.

Es gebe mehrere Alternativen zu den Eurofightern, betonte Darabos erneut. Namen möglicher anderer Anbieter wollte er keine nennen. Parallelverhandlungen mit dem schwedischen Jet-Hersteller SAAB-Gripen gibt es aber keine, so der Verteidigungsminister auf eine entsprechende Frage von der ÖVP-Fraktionsvorsitzenden Maria Fekter.

Prüfung am 14. Mai
Die "Güteprüfung" soll am 14. Mai stattfinden. Das sagte der Sprecher von Darabos. Durchgeführt wird die Güteprüfung von Technikern des österreichischen Bundesheeres im deutschen Manching - dem Eurofighter -Werk. Es seien schon längere Zeit "einige Techniker" dort stationiert, so der Sprecher.

Fekter widerspricht Darabos
Die Fraktionsführerin der ÖVP im Eurofighter-Untersuchungsausschuss Maria Fekter weist die Darstellung von Darabos zurück. Die Beistellung der Lizenzen sei vielmehr eine Verpflichtung Österreichs, so Fekter. Auch von Darabos genannte "Probleme bei der Tranchenfrage" stellte sie in Abrede.

Fekter verwies auf "Experten-Meinungen", wonach die Güteprüfung des ersten Eurofighters sehr wohl positiv ausgehen werde. "Nur wenn Darabos eine gegensätzliche Weisung erteilt und das österreichische Personal nicht nach Manching reisen lässt, könnte die Prüfung anders ausgehen", so die VP-Abgeordnete.

Molterer will Auskunft von Darabos
Vizekanzler Wilhelm Molterer hat Darabos unterdessen aufgefordert, in der Eurofighter-Frage endlich die Regierung über die Verhandlungen mit EADS zu informieren. "Das erwarte ich von ihm. Er hat die Verhandlungen zu führen, aber es ist notwendig, auch die Regierung über das zu informieren, was Sache ist", betont Molterer.

(apa/red)

8.5.2007 13:45