Freitag, 11. Mai 2007

Ausschreitungen bei Demo gegen Strache: Mehrere Festnahmen an der Universität Graz

  • Festnahmen & Verletzte: Überharte Vorgehensweise?

Einen für Grazer Verhältnisse ungewöhnlich langen Polizeieinsatz hatte ein Auftritt von FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache nach sich gezogen. Die Demonstration in der Uni-Gegend verlief sich am Donnerstag erst rund eine Stunde vor Mitternacht. Zuvor hatten die Manifestanten das Hörsaalgebäude umringt, in dem Strache auf Einladung des Rings Freiheitlicher Studenten gesprochen hatte.

Die Polizei nahm vier Personen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt fest, einige Polizisten erlitten nach Angaben des Einsatzleiters Verletzungen. Nachdem sich ein Großteil der Demo verlaufen hatte, verließ der FPÖ-Chef - plangemäß, wie ein Grazer FPÖ-Funktionär versicherte - das Gebäude.

Bei dem ersten Polizeieinsatz seit langem auf Grazer Uni-Boden haben sowohl Demonstranten als auch Beamte Blessuren davon getragen. Dass sich die Stimmung aufgeschaukelt hatte, war in Aggressionen auf beiden Seiten zu erkennen: Einige Polizisten reagierten gegenüber vermeintlichen Gewalttätern mit großer Härte. Ein kleiner Teil der lautstarken, aber überwiegend friedlichen Demo-Teilnehmer vergriff sich sowohl im Ton als auch in der Aktion: Auch wenn nur wenige und ganz kurz einfielen, so skandierte einer der Teilnehmer doch "Strache ins KZ - dann haben wir ihn weg". Als Diskussionsteilnehmer den Hörsaal verließen, wurden sie vor dem Gebäude mit Bier und Wasser "geduscht" und gestoßen - trotz des Einschreitens einiger Manifestanten, die sich um Ordnung bemühten.

(apa/red)

11.5.2007 07:50