Viel Lärm um Neugestaltung des Lindwurm-
Domizils: Sanierung sorgt für Aufregung
- BZÖ will wegen Kostene Rechnungshof einschalten
- Außerdem heftige Debatten um künftiges Aussehen
Die jetzt in Angriff genommene Generalsanierung des Klagenfurter Neuen Platzes, Heimstätte des Lindwurmes und Maria-Theresia-Denkmals, schlägt hohe Wellen. Nicht nur die ursprünglich geplanten Kosten von 6,2 sind auf 8,8 Millionen Euro förmlich explodiert, es soll auch zu Ungereimtheiten bei Ausschreibung und Vergabe gekommen sein. Das BZÖ will deswegen den Bundesrechnungshof einschalten. Dazu kommen heftige Debatten um das künftige Aussehen des großen Platzes vor dem Rathaus der Landeshauptstadt.
"Wir können das Chaos, das rund um den Umbau des Neuen Platzes herrscht, nicht länger dulden", betont der freiheitliche Klubchef im Landtag, Kurt Scheuch, zum Vorstoß seiner Partei. Geprüft werden soll eine ganze Menge, angefangen von den Gesamtkosten. Scheuch: "Die Vorgänge für den Beschluss dieser immens hohen Baukosten sind mehr als dubios." So habe es für die Kostensteigerung um 2,6 Millionen Euro nicht einmal einen Beschluss im Stadtsenat gegeben.
Der BZÖ-Politiker spricht weiters von "Ungereimtheiten bei der öffentlichen Ausschreibung". Gleiches gelte für das Vergabeverfahren. Dazu kämen noch "Kuriositäten": Die Einfriedung des gesamten Platzes erfolge durch die Firma Zwick, bei welcher der Klagenfurter ÖVP-Vizebürgermeister und Finanzreferent Walter Zwick Alleineigentümer sei. Scheuch: "Das ist wohl mehr als eine schiefe Optik." Bemerkenswert sei auch, dass die in Privatbesitz befindliche Tiefgarage mitsaniert werde. Scheuch: "Wer kommt für diese Kosten auf? Werden hier Privatinteressen mit öffentlichen Interessen vermischt?"
Der Klagenfurter BZÖ-Stadtrat Christian Scheider bezweifelt überdies, ob die Sanierung des Platzes vor der Fußball-EM im kommenden Jahr zweckmäßig ist. Im Falle von Ausschreitungen könnte es nämlich zu Beschädigungen kommen. Das sieht der zuständige SPÖ-Vizebürgermeister Ewald Wiedenbauer nicht so: "Wetter und Veranstaltungen haben dem Platz so zugesetzt, dass eine Sanierung nicht mehr aufzuschieben war." Die Bierzeltstimmung, die mit Veranstaltungen wie dem Hamburger Fischmarkt Einzug gehalten hat, solle der Vergangenheit angehören.
Italienischer Architekt
Geplant hat die Umgestaltung des Platzes der italienische Architekt Boris Pedrecca. Es wird einen Granitboden in rot, weiß, grau und grün, ein neuartiges Lichtkonzept, Bodeneinbau-Leuchten und einen barrierefreien Zugang geben. Die bisherigen 24 Kastanienbäume sollen durch mehr als 60 Platanen ersetzt werden, was allerdings ebenfalls zu Diskussionen führt. Jetzt, wo die Kastanienbäume gefällt sind, präsentiert sich der Neue Platz nämlich viel weitläufiger und mit freiem Blick auf die schön restaurierten Fassaden der ihn umschließenden Häuser aus vergangenen Jahrhunderten.
Neuer Platz soll bis EM "neu" sein
Falls wirklich Dutzende Platanen in Doppelreihe nördlich und südlich des Platzes gepflanzt werden sollten, wäre dieser wieder stark eingeengt und würde sein besonderes Flair verlieren. "Soll er zu einem Schlauch reduziert werden oder doch eine echte Piazza sein", fragte die "Kärntner Krone", die vehement gegen eine neuerliche Baumbepflanzung eintritt. Für weitere Diskussionen ist jedenfalls gesorgt. In rund einem Jahr, rechtzeitig vor der Fußball-EM, soll der Neue Platz auf jeden Fall aber "neu" sein.
(apa/red)
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