Mittwoch, 9. Mai 2007

Sieben Jahre nach Kaprun-Katastrophe: Bald Einigung über Schadenersatzzahlungen

  • Dafür notwendig ist aber internationaler Rechtsfriede
  • Rund 16 Millionen Euro sollen dann gezahlt werden

Bis zum Sommer will die Vermittlungskommission eine Lösung für die Hinterbliebenen der Brandkatastrophe in Kaprun vom 11. November 2000 mit 155 Toten finden. Rund 16 Mio. Euro soll zur Entschädigung der Opfer ausbezahlt werden. Dafür notwendig ist internationaler Rechtsfriede. Von den Klagen, die der amerikanische Anwalt Ed Fagan angeblich in den USA eingebracht hat, ist nur eine zugelassen.

"Die Kommission ruht nicht. Es wird gearbeitet und geprüft. Wir sind bemüht, noch vor dem Sommer eine Lösung zu finden", erklärte die Pressesprecherin von Justizministerin Berger. Innerhalb der Subkommission würden derzeit viele Gespräche laufen, versichert der Wiener Advokat Stieldorf, der 20 Angehörige vertritt und selbst einen Sohn verloren hat.

Ob die Gespräche zu einem positiven Abschluss kommen, hängt weiterhin von Fagans Klage-Aktivitäten ab. Der 54-jährige Hinterbliebenen-Anwalt, der in den USA seine Anwaltszulassungen außer im Bundesstaat New Jersey verloren haben soll, hat sich bisher weder kooperativ noch gesprächsbereit gezeigt. Er fordert von der Republik Österreich, den Gletscherbahnen Kaprun und vielen betroffenen Firmen Millionen Euro an Schadensersatz. In einer Klage verlangt er beispielsweise zehn Mio. Dollar pro Todesopfer. Stieldorf bezeichnete Fagans Vorgehensweise als "hinderlich, skurril und merkwürdig": "Den Beklagten wurde bisher keine Klage zugestellt. Nach meinen Kenntnissen ist auch keine Klage zugelassen. Nur im Fall der Leuchtstäbe-Firma Omniglow gibt es nach meinem Wissensstand ein eingeleitetes Verfahren."

Eine Reihe von potenziellen Beitragszahlern für die aufzubringende Summe von 16 Mio. Euro machen aber nur dann Geld locker, wenn es zu einer außergerichtlichen Lösung kommt. (apa/red)

9.5.2007 11:02