Dienstag, 8. Mai 2007

Uni-Ranking veröffentlicht: Gute Noten in Technik - totaler Absturz in Psychologie!

  • Vergleich von Deutschland, Schweiz und Österreich

Gute Noten in ingenieurwissenschaftlichen Studienrichtungen, schwache Bewertungen in Fächern wie Architektur, Psychologie und Erziehungswissenschaften - so lässt sich das Ergebnis des neuen Hochschul-Rankings deutscher, Schweizer und österreichischer Universitäten zusammenfassen. Im Mittelpunkt des Leistungsvergleichs standen heuer Ingenieur- und Geisteswissenschaften sowie Psychologie und Erziehungswissenschaften.

Bereits zum dritten Mal wurde das von der Österreichischen Qualitätssicherungsagentur (AQA) und dem deutschen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) organisierte Hochschul-Ranking durchgeführt. Bewertet wurden heuer die Fächer Anglistik/Amerikanistik, Romanistik, Germanistik, Geschichte, Psychologie, Erziehungswissenschaften, Architektur, Bauingenieurwesen, Elektro- und Informationstechnik sowie Maschinenbau/Verfahrenstechnik/Chemieingenieurwesen an zehn österreichischen, 77 deutschen und zwei Schweizerischen Universitäten.

Montanuni Leoben top
Bei den ersten Ergebnissen anhand ausgewählter Indikatoren zeigten sich gute Wertungen für die Ingenieurwissenschaften, vor allem im Fachbereich Maschinenbau, Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen. Dort erzielte etwa die Montanuniversität Leoben mit vier (Betreuung, Beratung, Studiensituation, Praxisbezug) von sechs Indikatoren in der Spitzengruppe ein sehr gutes Ergebnis. Die Technische Universität (TU) Graz landete vorwiegend in der Mittelgruppe, während die Technische Universität (TU) Wien drei Mal (Labore, Studiensituation, Drittmittel) in der Schlussgruppe rangiert.

Der Fachbereich Bauingenieurwesen wurde an den TUs Graz und Wien überwiegend in der Spitzen- und der Mittelgruppe gewertet, die Uni Innsbruck musste hier neben vier Indikatoren in der Mittelgruppe auch zwei in der Schlussgruppe (Studiensituation, Drittmittel) hinnehmen.

Absturz im Bereich Psychologie
Von einem "Absturz" spricht die AQA im Fachbereich Psychologie. Hier wurden an den Universitäten Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Salzburg und Wien fast alle Indikatoren in die Schlussgruppe gereiht. Neben wenigen Kriterien im Mittelfeld gibt es nur an der Uni Salzburg zwei Mal einen Indikator in der Spitzengruppe (Beratung, Zitationen je Publikation).

Ausgezeichnete Noten erhielt die Uni Klagenfurt für Geschichte, mit Ausnahme der Bibliothek (Schlussgruppe) finden sich alle Indikatoren in der Spitzengruppe. Dagegen fällt Geschichte an der Uni Graz negativ auf, mit vier Kriterien in der Schlussgruppe (Beratung, Bibliotheken, Studiensituation, Drittmittel).

Sehr schwache Wertungen erhielt generell die Architektur, vor allem an der TU Wien mit fünf Kriterien in der Schlussgruppe (Betreuung, Studienorganisation, Arbeitsplätze, Studiensituation und Praxisbezug). Etwas besser die TU Graz, die zwei Mal in der Schlussgruppe rangiert (Arbeitsplätze, Studiensituation).

Schlecht bewertet wurde auch die Erziehungswissenschaft, vor allem an der Uni Innsbruck mit fünf Indikatoren in der Schlussgruppe (Betreuung, Hörsäle, Arbeitsmarktbezug, Studiensituation, Drittmittel). Etwas besser schnitt dieses Fach an der Uni Graz mit vier Kriterien in der Schlussgruppe (Betreuung, Arbeitsmarktbezug, Studiensituation, Drittmittel), dafür sind dort die Hörsäle Top.

Aus Sicht der AQA sollten die Universitäten den Hochschulvergleich für ihre interne Qualitätssicherung nutzen, Evaluierungen ersetze er allerdings nicht. (apa/red)

8.5.2007 15:11