Keine Zeit und Lust zum Reden: Sehr viel Schweigen zwischen Eltern und Teenagern
- Österreich schneidet international schlecht ab
·Schwiegereltern sind beliebter als ihr Ruf
Männer haben weniger Angst vor erstem Treffen
Bei einem Gutteil der Jugendlichen in Österreich scheint's bei der innerfamiliären Kommunikation zu hapern. Diesen Schluss lässt eine Zahl zu, die in einer Studie der UNICEF aufscheint. Demnach haben 48 Prozent der 15-Jährigen auf die Frage, ob sich die Eltern mehrmals pro Woche Zeit einfach zum Reden mit ihnen nehmen, mit Nein beantwortet. In einem Ranking von 25 OECD-Staaten nimmt Österreich damit den viertletzten Platz ein.
Thema der bereits im Februar vorgestellten Studie des UNO-Kinderhilfswerks war die Lage der Kinder in Industriestaaten. Dabei landete Österreich in der 21 Staaten umfassenden "Gesamtwertung" auf Platz 18. Untersucht wurden unter anderem die Beziehungen von Kindern zu Angehörigen und Freunden, wobei sich die Untersuchung auf Daten der PISA- und einer WHO-Studie stützte.
Die beiden Spitzenränge in Sachen Gespräche zwischen Eltern und 15-Jährigen nehmen Ungarn, Italien und Finnland ein. Hinter Österreich finden sich Kanada, Island und Deutschland. Nur an fünftletzter Stelle landete Österreich auch, was gemeinsame Mahlzeiten betrifft. Immerhin rund zwei Drittel der 15-Jährigen nehmen die Hauptmahlzeit mehrere Male pro Woche mit den Eltern ein. Hier führt Italien vor Island und Frankreich. Schlusslicht ist Finnland.
Weitaus besser ist es, vertraut man den Zahlen, in Österreich mit den Beziehungen zwischen Kindern und Jugendlichen und Gleichaltrigen bestellt. Diese seien im Allgemeinen hilfsbereit und kollegial, meinen rund drei Viertel der Elf-, 13- und 15-Jährigen. Das ergibt Platz drei hinter der Schweiz und Portugal. Schlusslichter: die USA, Tschechien und Großbritannien.
(apa/red)
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