Opfer wegen Ehrenbeleidigung geklagt: Vergewaltiger dennoch weiter auf Flucht
- Ex-Freundin hat wegen Misshandlungen Kind verloren
- Aussagen sind laut Anwalt des Täters nicht haltbar
In Vorarlberg sorgt der Fall eines rechtskräftig verurteilten Vergewaltigers, der sich im Jänner vor Haftantritt abgesetzt hat, weiter für Aufregung. Der 33-Jährige aus Bregenz verklagte nun eines seiner Opfer wegen Ehrenbeleidigung. "Es geht um die Äußerung, dass die Ex-Lebensgefährtin wegen der Misshandlungen angeblich das Kind verloren habe. Das ist nicht haltbar", erklärte Martin Mennel, Anwalt des 33-Jährigen.
Der 20-fach vorbestrafte Bregenzer hatte nach Erkenntnis des Gerichts in zwei Fällen seine jeweiligen Lebensgefährtinnen jahrelang brutal misshandelt und vergewaltigt. Beide Frauen waren zum Tatzeitpunkt von dem Mann schwanger. Eine der beiden gab an, ihr Kind verloren zu haben, nachdem der Bregenzer sie in den Bauch getreten hatte. Der gemeinsame Sohn kam laut dem Zeitungsbericht als Frühchen zur Welt und starb einige Tage nach der Geburt.
Der Anwalt des Opfers, Nicolas Stieger, zeigte sich laut einem Bericht der "Vorarlberger Nachrichten"empört über die Klage des 33-Jährigen: "Der Mann ist seit Monaten auf der Flucht, zwingt aber meine Mandantin vor Gericht. Sie fürchtet nach wie vor um ihr Leben."
Wegen Vergewaltigung & Misshandlung verurteilt
Der 33-Jährige war Ende März 2006 wegen Vergewaltigung und Misshandlung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Diese Entscheidung des Landesgerichts Feldkirch wurde im November vom Oberlandesgericht Innsbruck bestätigt. Untersuchungshaft wurde keine verhängt, da die zuständige Haftrichterin keine Gründe dafür gegeben sah, da der Mann sozial integriert schien. Der Staatsanwalt hatte nach der Urteilsverkündung Untersuchungshaft beantragt. Nach dem 33-Jährigen wird seit Monaten europaweit gefahndet, die Behörden vermuten ihn im Ausland. (apa/red)
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