Montag, 7. Mai 2007

Kurzes Vergnügen: Sechs von neun Haien
überleben Umzug in neues Aquarium nicht

  • Feierliche Eröffnung im "Haus des Meeres" verpatzt
  • Tauchpionier Hans Hass als Namensgeber für Becken

Im Wiener "Haus des Meeres" wurde das größte Aquarium Österreichs eröffnet: Das Bassin fasst 300.000 Liter und soll Haie, Barsche und die Meeresschildkröte "Puppi" beherbergen. Allerdings scheint das Bauwerk unter keinem guten Stern zu stehen: Sechs von neun Haie konnten ihr neues Zuhause nur kurz genießen und verstarben wenige Stunden nach dem Umzug aus bisher ungeklärter Ursache, bedauerte Direktor Michael Mitic bei der Eröffnung.

Zuvor hatte sich die Freigabe des Beckens wegen technischer Probleme verzögert. So gab es schon im Oktober 2005 die erste Probefüllung der Anlage, um diese auf ihre Dichtheit zu testen, die aber über lange Zeit nicht gegeben war.

Die toten Haie wurden an die Veterinärmedizinische Universität geschickt, um die Todesursache zu eruieren. Die drei überlebenden Meeresräuber und Schildkröte "Puppi" freuen sich jedenfalls bereits am neuen Bassin, das den offiziellen Namen "Hans und Lotte Hass Haibecken" trägt.

Die beiden Namensgeber waren zur Eröffnung erschienen. Tauchpionier Hass (88) lobte die neue Anlage: "Das ist etwas in Österreich sehr Seltenes."

Das neue Bassin hat eine Wassertiefe von rund fünf Metern und ist damit rund drei Mal so groß wie sein Vorgänger. Umschlossen werden die Wassermassen von 14 Tonnen Glas, die sich auf 70 Quadratmeter Fläche verteilen. Die Kosten für die neue Attraktion liegen bei 1,3 Mio. Euro.

Das nächste Großvorhaben des "Haus des Meeres" wird bereits morgen Baubeginn feiern. Bis Jahresende soll ein zweiter Glasanbau auf der Ostseite des Gebäudes errichtet werden. In den ersten Stockwerken dieses Zubaus werden Krokodile, im vierten ein Cafe zu finden sein. Bereits Anfang April war eine neue Aussichtsterrasse am Dach des Baus eröffnet worden.

Das "Vivarium Wien - Haus des Meeres" ist im Flakturm im Mariahilfer Esterhazy-Park untergebracht. Insgesamt werden mehr als 3.500 Tiere gezeigt - darunter neben Wasserbewohnern auch Gift- sowie Riesenschlangen und Echsen. Bewohner des angeschlossenen Tropenhauses sind frei fliegende Vögel sowie ebenfalls ungebundene Weißbüscheläffchen. (apa/red)

7.5.2007 18:14