Montag, 30. April 2007

Kosten für Autofahrer steigen stetig an: Kleinwagen kostet zirka 4.200 Euro pro Jahr

  • Die Autofahrer-Milliarden stopfen viele Budgetlöcher
  • PLUS GRAFIK: Soviel müssen Autofahrer abgeben

Die Kosten für Autofahrer explodieren: "Ein VW-Golf Diesel mit 77 kW und einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 km kommt einen Fahrzeughalter auf 441 Euro pro Monat. Im Jahr macht das 5.300 Euro", rechnet ÖAMTC. Ein Kleinwagen kostet monatlich 352 Euro oder 4.200 Euro im Jahr, errechnet der Autofahrerclub. Der Löwenanteil der Kosten entfällt auf Gebühren und Steuern. Im Vergleich zu den Autokosten muss man für eine Jahresnetzkarte in Wien lediglich 409 Euro berappen. Seit 1999 sind die Autokosten in Österreich um 43 Prozent gestiegen, geht aus der ÖAMTC-Berechnungen hervor.

Rund vier Millionen österreichische Autofahrer haben vergangenes Jahr 10,5 Mrd. Euro an den Staat bezahlt. Im Jahr 2000 waren es im Vergleich dazu noch knappe acht Milliarden. Die Mauteinnahmen, die direkt an die Asfinag gehen, sind hier noch nicht eingerechnet. Mit der Maut kassiert der Staat 11,3 Mrd. Euro, nur ein schwaches Drittel (3,4 Mrd. Euro) werden davon in die Straßeninfrastruktur investiert. Der Rest (7,9 Mrd. Euro) fließt in das allgemeine Bundesbudget. "Der Autofahrer ist offensichtlich eine lohnende Einnahmequelle, anders kann man sich die ständig mehr werdenden Belastungen nicht erklären", kritisiert der ÖAMTC.

Die größten "Geldfresser"
Die Mineralölsteuer (MöSt) ist ein fixer Aufschlag auf jeden Liter verkauften Sprit und damit bereits ein perfektes Roadpricing und eine CO2-Steuer in einem. Mit 3,7 Mrd. Euro war sie die wichtigste Einnahmequelle des Finanzministers aus dem Verkehr im Jahr 2006. "Ab Juli wird die Mineralölsteuer pro Liter Sprit noch einmal kräftig angehoben, um drei Cent für den Liter Benzin und fünf Cent für den Liter Diesel". Für 2007 macht das 240 Mio. Euro.

Mehrwertsteuer
Beim Tanken wird nicht nur der Netto-Spritpreis und die MöSt, sondern auch die Mehrwertsteuer fällig. 1,1 Mrd. Euro werden dadurch heuer eingenommen werden. Die Mehrwertsteuer fällt aber natürlich auch beim Autokauf (1,5 Mrd. Euro) und sonstigen Leistungen wie Service oder Reparaturkosten (0,95 Mrd. Euro) an.

Neuwagenkauf
"Die NoVA ist beim Kauf eines Neuwagens abzuführen und richtet sich nach dem Spritverbrauch. Sie ist daher als 'CO2-Steuer' zu sehen", erklärt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brugger-Brandau. Mit vier Prozent Aufschlag auf die Versicherungsprämie ergibt das eine Zusatzeinnahme von mehr als 300 Mio. Euro fürs Budget. Die Motorbezogene Versicherungssteuer (früher Kfz-Steuer) wird von den Autoversicherungen zusammen mit der jährlichen Prämie eingehoben. Vielen Autofahrern ist sie daher auch gar nicht bewusst. Sie wird pro kW Motorleistung berechnet und beträgt z.B. bei einer Motorleistung von 85 kW 402,6 Euro im Jahr. Für Vignetten wurden 2006 324 Mio. Euro ausgegeben. Streckenmauten, etwa am Brenner oder auf der Tauern Autobahn, brachten 113 Mio. Euro und das Lkw-Roadpricing 780 Mio. Euro ein. (APA/red)

30.4.2007 14:14