Mittwoch, 2. Mai 2007

Nachhaltigkeit und Wasser bei Expo 2008:
Von 14. 6. -14. 9. ist die Welt in Saragossa

  • Rund 84 Nationen wollen sich in Spanien präsentieren
  • Österreich unter den "Eis und Schnee"-Nationen

Noch wird fleißig gehämmert und geschraubt, doch schon in einem Jahr wird in der spanischen Metropole Saragossa die Expo 2008 eröffnet. Auf rund 25 Hektar eines bisher verwilderten Stadtteils entstehen, in den Mäandern des Ebro, Pavillons, Amphitheater und Freiplätze. Vom 14. Juni bis 14. September 2008 werden diese für die "grüne" Weltausstellung mit dem Motto "Wasser und nachhaltige Entwicklung" genutzt, ebenso wie die als "Wasser-Park" neu gestaltete Natur der restlichen 125 ha innerhalb der "Krümmung von Ranillas".

84 Nationen haben bisher ihre Teilnahme zugesagt, wie der stellvertretende Expo-Kommissar Eduardo Lopez Busquets vor internationalen Journalisten in Saragossa dieser Tage berichtete. "Wir erwarten schlussendlich 90 bis 100 Teilnehmer." Österreich ist dabei, es wird der Gruppe der "Eis und Schnee"-Länder zugerechnet. Der Austro-Pavillon hat 533 Quadratmeter - unklar ist allerdings derzeit noch, wie sich die Alpenrepublik bei der "Wasser"-Expo darin präsentieren wird. "Die Ausschreibung für das Projekt wurde Ende Jänner veröffentlicht, der Sieger steht voraussichtlich am 24. Mai 2007 fest", so Maria Mittermair-Weiss aus dem Büro von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein zur APA.

Bessere Infrastruktur
Veranstalter der Expo 2008 ist der spanische Staat. Und dieser nutzt die günstige Gelegenheit gemeinsam mit der Provinz Aragon und deren Hauptstadt Saragossa für eine markante Aufbesserung der Infrastruktur: Von den budgetierten 1,65 Milliarden Euro, welche insgesamt in die Weltausstellung fließen, werden "nur" 650 Millionen Euro direkt für die Expo aufgewendet, die restliche Milliarde für Infrastruktur, vom "Wasser-Park" bis hin zum Ausbau des Flughafens.

Gäste und Urlauber
7,5 Millionen Besucher werden erwartet. 15 Prozent davon dürften Ausländer sein, schätzt der Vize-Kommissar, Eduardo Lopez Busquets: "Es werden sicher viele Touristen zu uns kommen, die an der Küste Urlaub machen." Die Hoffnungen auf ein EXPO-nenzielles Wachstum der Gästezahlen dürften nicht ganz unbegründet sein: Der Termin liegt in der Urlaubs-Hauptsaison, die Tage sind länger.

Ökologisch
"Nachhaltigkeit" ganz im Großen bedeutet bei der Expo in Saragossa zunächst, dass alle Gebäude auf dem Gelände so angelegt werden, dass schon jetzt eine Nachnutzung feststeht. Doch die Planer rund um die EXPO-Umweltagentur haben an allen nur erdenklichen Ecken und Enden ökologisch-ökonomisch gedacht. Beispiel Energie: "Natürlich verbrauchen wir Energie, vor allem Strom für Beleuchtung und Klimaanlagen", so Galvez. Und diese sollen aus erneuerbaren Energien kommen." Alle Expo-Gebäude werden laut Galvez mit Ökomaterialien und nach strengen Richtlinien für Energieeffizienz errichtet.

Wasser
Der zweite EXPO-Schwerpunkt ist "Wasser" - "das ist eine einzigartige Ressource", betonte Francisco Pellicer von der EXPO-Gesellschaft; daher nicht nur die Darstellungsvielfalt von "Eis und Schnee" über "Flüsse" zu "Wüsten" und "Durst". Auch hier wird den Plänen zufolge Öko-Praxis umgesetzt: "Die Expo spart Wasser", gab Galvez ein weiteres Motto aus. Ein Beispiel von vielen: der Einbau innovativer Pissoirs ohne Wassereinsatz. "Die erhöhten Anschaffungskosten kommen in bereits drei bis vier Monaten wieder herein", so die Chefin der Umweltagentur.

Die Show
Das Programm der drei Monate dauernden Expo klingt attraktiv: Der Cirque du Soleil gestaltet die regelmäßigen Paraden auf den Expo-Plätzen und -Wegen; die Nationen präsentieren ihre Beiträge zum "Wasser"-Thema in neun Themen-Pavillons, von "Eis und Schnee" über "Wüsten", "Oasen und Steppen" bis hin zu "Tropischem Dschungel" und "Inseln und Küsten"; wissenschaftliche Debatten bietet das internationale "Wasser-Forum" im Konferenz-Zentrum; im Herzen des Geländes wird derzeit als erste Gebäude ein riesiges "Fluss-Aquarium" fertig gestellt; für die Umrahmung sorgen in den 93 Expo-Tagen 3.400 Darbietungen, in die allein 30 Millionen Euro investiert werden; und für Nachtschwärmer sind stimmungsvolle "Expo-Nights" geplant.

Architektur Highlights
Architektonisch wird das Expo-Gelände mit mindestens zwei Highlights aufwarten können: einem 78 Meter hohen gläsernen und innen gänzlich offenen "Wasser-Turm" und dem von der irakischen Star-Planerin gestalteten "Brücken-Pavillon", der wie eine gigantische Spange den Ebro überspannen wird. (apa/red)

2.5.2007 09:36