FORMAT - Die ganze Welt um nur fünf Cent:
Alternative Festnetzanbieter im Überblick
- Extreme Preisunterschiede bis zu 98 Prozent geortet
- Wo versteckte Fallen lauern und wie man Geld spart

·Soviel zahlen Sie für Telefonie im Festnetz
TABELLE: Eine aktuelle Übersicht der Anbieter
·Wollen Österreicher kein Festnetz mehr?
Fix-Anschlüsse legten '06 Talfahrt von 16% hin
·125 Jahre Festnetz - und was kommt nun?
Der Telekom-Tech-Chef Leopold im E-MEDIA-Talk
Sarah und Martin führen mehr als 100 Tage im Jahr eine Fernbeziehung. Natürlich telefoniert das Paar täglich miteinander. Ein paar Neuigkeiten hier, ein bisschen Liebesgeflüster da, und schon ist eine halbe Stunde am Telefon vergangen. Was die Beziehung bereichert, leert die Geldbörse. Der tägliche Small Talk am Festnetz könnte sich durchaus mit einem runden Tausender auf der Telefonrechnung niederschlagen. Doch Freundin Sarah ist clever und zahlt oft nur 40 Euro - eine Ersparnis von 96 Prozent.
Besonders groß sind die Differenzen bei exotischen Urlaubszielen. Kostet zum Beispiel bei der Telekom Austria ein Anruf nach Thailand beachtliche 153,4 Cent pro Minute, so ist das gleiche Gespräch auch um 3 Cent pro Minute beim Discounter 1031 Telekom möglich. Auch in den Nachbarstaaten sind die Preisunterschiede noch extrem. So beträgt das Sparpotenzial bei Telefonaten nach Deutschland bis zu 91,8 Prozent, und selbst innerhalb Österreichs sind es im Festnetz noch bis zu 61 Prozent. Ursache der großen Unterschiede ist ein relativ starrer Markt, bei dem die großen zwei, die Telekom Austria und Tele2UTA, sich einen Großteil des rund 1,5 Milliarden Euro schweren Festnetz-marktes teilen. Die Diskonter haben derzeit nur einen Anteil von fünf Prozent, erwarten aber in den nächsten Jahren hohe Steigerungsraten.
Trotz aller Möglichkeiten, bei den Gebühren zu sparen, entkommt man den traditionellen Anbietern wie Telekom Austria oder Tele2UTA nicht. Grund: Um überhaupt im Festnetz telefonieren zu können, braucht man einen Hausanschluss, und der wird von den Discountern nicht angeboten. Sie nutzen die bestehende Infrastruktur der großen zwei. Die monatliche Grundgebühr ist damit unvermeidbar.
Um in den Genuss der günstigen Tarife zu kommen, gibt es für die Konsumenten verschiedene Wege. Bei der sogenannten Call-by-Call-Methode muss der Anrufer vor der eigentlichen Rufnummer eine spezielle Nummer des Anbieters wählen. Praktisch ist dabei die hohe Flexibilität, außerdem ist dafür in vielen Fällen keine spezielle Anmeldung beim jeweiligen Anbieter notwendig, weil die Gebühren über die normale Telekom-Rechnung eingehoben werden. Für Privatkunden, die nur hin und wieder exotische Destinationen anrufen, die optimale Lösung. Weniger umständlich, aber dafür auch weniger flexibel ist die sogenannte Preselection. Nach einer telefonischen Anmeldung werden in Zukunft alle Anrufe automatisch über den alternativen Telefonanbieter abgewickelt. Dabei erfolgt die Abrechnung entweder über den Festnetzbetreiber oder über eine eigene Rechnung, die per Bankeinzug oder Kreditkarte bezahlt werden muss.
Eine wachsende Zielgruppe sieht das aber ganz anders - die Revolution im Telekom-Markt kommt aus dem Internet. Mit Voice over IP (VoIP) wird Sprache in Echtzeit über die Datenleitungen gejagt (siehe Kasten links). Vorteil: Egal wohin via Netz telefoniert wird, die Gespräche sind gratis, oder die Kosten bleiben im einstelligen Cent-Bereich. Bisher war Internettelefonie nicht massentauglich, denn es brauchte eine spezielle Software und auch einen Computer mit Headset. Doch seit kurzem gibt es auch die Möglichkeit, mittels Adapter mit dem normalen Telefon über das Internet zu sprechen, und damit ist VoIP eine echte Alternative.
Längerfristig ist deshalb auch im Festnetz mit einem weiteren Rückgang der Preise zu rechnen. "Doch der Preisrutsch wird weniger rasant ausfallen als in den vergangenen Jahren", ist Georg Serentschy, Leiter der Telekom-Regulierungsbehörde RTR, überzeugt. Kein Wunder, wenn man schon jetzt bis zu 98 Prozent sparen kann.
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