Montag, 30. April 2007

Leichtes Aufatmen in Österreich: Luft wird durch Rückgang bei Schadstoffen besser

  • Stickoxid-Emissionen bleiben aber großes Problem
  • Umweltminister Pröll zeigt sich mit Bericht zufrieden

Auf dem mühsamen Weg in Richtung besserer Luft und weniger Schadstoffe: Einen leichten Rückgang der Luftschadstoffemissionen gab es im Jahr 2005 laut dem neuen Luftgüteberichtdes österreichischen Umweltbundesamtes. Demnach zeigen die Ergebnisse der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur eine leichte Reduktion der Emissionen von 2004 auf 2005: 3,1 Prozent weniger Schwefeldioxidemissionen (SO2), 2,2 Prozent weniger flüchtige Kohlenwasserstoffe ohne Methan (NMVOC), 1,8 Prozent weniger Stickoxidemissionen (NOx) und 0,3 Prozent weniger Ammoniakemissionen (NH3).

Umweltminister Josef Pröll zeigte sich in einer Aussendung mit der Bilanz zufrieden. "Diese Erfolge zeigen sich vor allem dort, wo wir mit technischen Verbesserungen und Innovation eingreifen können", meinte er. So habe die Einführung von schwefelfreiem Treibstoff im Jahr 2004 wesentlich zur Verbesserung bei Schwefeldioxid beigetragen.

Der Trend in Richtung einer Stabilisierung der Stickoxid-Emissionen sei auf die Abgasvorschriften für Pkw und Lkw (Euro III/2000 und Euro IV/2005) zurückzuführen. Während der Klimakiller CO2 nach wie vor die größte Herausforderung der Umwelt- und Verkehrspolitik darstelle, könnten bei anderen Luftschadstoffen erste Erfolge erzielt werden.

Einige Details im Vergleich 1990 und 2005:

- SO2/Schwefeldioxid - minus 65 Prozent im gegenüber 1990. Es gab eine Reduktion von 74,22 Tausend Tonnen auf 26,41 Tausend Tonnen. Das für Österreich bis zum Jahr 2010 mit 39.000 Tonnen wurde damit bereits deutlich unterschritten.

- NOx/Stickoxiden gab es von 1990 (211,07 Tausend Tonnen) einen Anstieg auf 229,28 Tausend Tonnen im Jahr 2003, dann setzte ein Trend abwärts ein. 2005 waren es 225,06 Tausend Tonnen. Das Ziel liegt allerdings bei 103.000 Tonnen. Das ist weniger als die Hälfte bei diesen vor allem durch den Straßenverkehr verursachten Emissionen.

- NMVOC/flüchtige organische Verbindungen: Ein Minus von 47 Prozent im Vergleich zu 1990 von 284,74 Tausend Tonnen auf 154,14 Tausend Tonnen im Jahr 2005 (Ziel: 159.000 Tonnen).

- NH3/Ammoniak: Um 7,4 Prozent weniger im Jahr 2005 als im Jahr 1990 (68,81 Tausend Tonnen/63,94 Tausend Tonnen). Auch hier wurde der Zielwert von 66.000 Tonnen unterschritten.

Das Ministerium: "Damit liegt Österreich bei drei von vier Luftschadstoffen bereits jetzt unter den für 2010 vorgeschriebenen Zielen. Die einzige Abweichung zur festgesetzten nationalen Emissionshöchstmenge 2010 ist derzeit bei den Stickoxiden zu verzeichnen, in erster Line auf Grund hoher Emissionen im Straßenverkehr."

Stickstoffdioxid (NO2) gefährdet die Gesundheit, indem es die Atemwege beeinträchtigt. Stickstoffoxide tragen außerdem zur Versauerung und Überdüngung (Eutrophierung) von Böden und Gewässern bei und sind gemeinsam mit den flüchtigen Kohlenwasserstoffen (NMVOC) hauptverantwortlich für die Bildung von bodennahem Ozon. Partikelförmiges Ammoniumnitrat, das aus gasförmigen Stickoxiden (NOx) und Ammoniak (NH3) in der Atmosphäre entstehen kann, trägt zudem vor allem in der kalten Jahreszeit zur Feinstaubbelastung (PM10) bei. SO2 kann in höheren Konzentrationen die Gesundheit beeinträchtigen und zur Versauerung beitragen. SO2 und NH3 können gemeinsam partikelförmiges Ammoniumsulfat bilden, welches zur Feinstaubbelastung (PM10) beiträgt.

(apa/red)

30.4.2007 13:15