Samstag, 5. Mai 2007

"Einzig ernsthafter Interessent": Chrysler- Verkauf an Magna soll im Mai fixiert werden

  • "Stronach will Signal an die Autoindustrie senden"
  • Zweifel an längerem Engagement als Autohersteller

Der Verkauf der angeschlagenen US-Sparte von DaimlerChrysler steht offenbar knapp vor dem Abschluss. Der austrokanadische Zulieferer Magna ist derzeit der "einzige ernsthafte Interessent an Chrysler", berichtet die deutsche Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche" unter Berufung auf Verhandlungskreise. Die Entscheidung über den Verkauf von Chrysler an Magna soll demnach noch im Mai fallen.

In zwei Monaten soll der Verkauf abgeschlossen sein. Die Unternehmen wollten dazu keine Stellung nehmen. Laut Investmentbankern werde zwar auch mit Private-Equity-Fonds wie Cerberus und Blackstone über Chrysler gesprochen. Dies geschehe aber nur "aus verhandlungstaktischen Gründen", so das Blatt.

Auf Magna-Seite verhandeln laut "Automobilwoche" neben dem Gründer und Hauptaktionär Frank Stronach auch Co-Vorstandschef Siegfried Wolf und Herbert Demel, der Chef von Magna Steyr. Beteiligt ist auch der kanadische Investmentfonds Onex, der gemeinsam mit Magna bietet.

"Herr Stronach will mit der Chrysler-Übernahme nicht nur seinem wichtigsten Kunden helfen", werden Kreise des Magna-Managements zitiert, "sondern auch ein Signal an die Autoindustrie senden, dass er sich im Notfall um seine Kunden kümmert." Der amtierende Chrysler- Chef Tom LaSorda soll demnach auch nach dem Verkauf im Amt bleiben.

Allerdings bezweifeln Insider der Zeitung zufolge, dass Magna mit Chrysler dauerhaft zum Autohersteller werden könnte. Wahrscheinlicher sei, dass der austro-kanadische Konzern nach der Sanierung Chrysler wieder verkaufen werde. Zudem werde erwartet, dass auch Daimler zunächst einen Anteil an Chrysler behält. Dennoch gehe Magna mit einer Chrysler-Übernahme ein hohes Risiko ein. (apa)

5.5.2007 12:41